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Sehenswertes Österreich

14. Februar 2012

Das neue Imagevideo von Advantage Austria, der offiziellen Organisation von Österreichs Wirtschaft im Ausland, stellt auf selbstironische Weise Österreich und seine Leistungen vor. Der in 28 Sprachversionen verfügbare Film kann von heimischen Unternehmen bei ihren internationalen Präsentationen eingesetzt werden.

Das Video wurde zu 100% im Hause Netural realisiert, der Sound dazu vom Linzer Musiker Gerd Rahstorfer eigens komponiert. Eine sympathische Infografik vermittelt eine Auswahl der Inhalte in übersichtlicher Form und steht auch in Druckauflösung zu Verfügung.

Mehr Informationen zu Advantageaustria.org und dem jüngsten Relaunch hier:
Neue WebSite für Österreichs Wirtschaft im Ausland.

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Die wichtigste Währung eines Blogs ist das Vertrauen

18. Januar 2012

Die Zusammenarbeit mit Bloggern wird für Unternehmen zunehmend attraktiver. Einerseits in der Social-Media-Version von Corporate Publishing, durch gestaltete Themenblogs unter Patronanz der Marke, andererseits durch “Blogger Engagement” in der Tradition klassischer PR. Blogger sind Influcencer: Begeistert man den Autor eines Blogs für sein Produkt, zeigt dies Wirkung bei seiner Fangemeinde. Der Nutzen liegt auf der Hand: der Imagetransfer des Blogs auf die Brand und (gerade bei jungen Marken) die Steigerung der Bekanntheit in der Zielgruppe.

Was hat nun der Blogger von dieser Zusammenarbeit? Hier steht die Leserschaft und deren Gewinn im Vordergrund. Die eigene Glaubwürdigkeit in der aufgebauten Community ist wichtiger, als ein kurzfristiger, monitärer Erfolg, inhaltlich “gekauft” zu werden ein No-Go. Genau das sollten Unternehmen bei der Planung von Blogger Engagement im Hinterkopf behalten. In diese Kerbe schlägt auch Julia Basagic, als “Fanfarella” bekannte österreichische Fashion-Bloggerin: „Wenn ich über etwas schreiben möchte, egal ob bezahlt oder unbezahlt, dann habe ich nur zwei Kriterien: Interessiert es mich und könnte es auch meine LeserInnen interessieren?“

Bezahlte Blogartikel sind umstritten. Allerdings lehnen rund 13 % * der befragten User “Advertorials” komplett ab. Immerhin 70 % erwarten, dass beauftragte Inhalte klar gekennzeichnet sind. Dies kommt der gesetzlich vorgeschriebenen Handhabe in den klassischen journalistischen Medien gleich. „So die Beiträge als Werbung gekennzeichnet sind und man sich als Leser nicht für dumm verkauft fühlt, finde ich es vollkommen legitim“, zeigt sich auch Julia Basagic offen: „Blogger müssen selbst entscheiden, welche Werbung sie ihren LeserInnen zumuten wollen. Die wichtigste Währung eines Blogs ist das Vertrauen.“

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit setzt voraus, dass Unternehmen die Unabhängigkeit von Bloggern akzeptieren. Blogger lieben ihre Freiheit – mitunter ein Motiv für das Führen eines Blogs. Selbst bei beauftragten Artikeln, etwa Produktbesprechungen, sollten sie schreiben dürfen, wie und was sie für gut erachten. Die persönliche Färbung ist ein wesentliches Element des Formats. Der Ansatz “wer zahlt, schafft an” funktioniert hier nicht. Wo Blogger mittels Geldeinwurf zu PR-Maschinen degradiert werden, “spüren” es die Leser durch die geänderte Tonalität.

Und um eben diese Leser geht es ja eigentlich. Julia Basagic ist bei Kooperationen mit Unternehmen wichtig, dass man ihr zeitlichen und inhaltlichen Spielraum lässt. „Ich will ernst genommen werden und mag höfliche, respektvolle und straighte Zusammenarbeit.“ Der beste Artikel ist immer derjenige, der aus vollster Überzeugung geschrieben wurde. Und aufgrund unmittelbarer Erfahrung, etwa nach dem Besuch einer Veranstaltung oder dem Test eines Produkts. „Immer interessant empfinde ich einen Blick hinter die Kulissen, persönliche Gespräche mit spannenden und für meinen Blog relevanten Entscheidungsträgern und das alles gepaart mit einem Austausch unter BloggerkollegInnen.“

* Eigenerhebung via Twittpoll, n = 54

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Die digitale Welt von morgen

30. November 2011

Technologie- und Medienkonzerne widmen sich Zukunftsprognosen und senden ihre Visionen zu PR-Zwecken in die Welt. Eben erst hat Microsoft mit einem Video viel Aufmerksamkeit erzielt. Spannende Ideen – aber wissen wir nicht aus der Vergangenheit, dass es meist ganz anders kommt?

Michell Zappa (@envisioningtech), Experte auf dem Gebiet der sozialen Kommunikation, visualisiert auf der WebSite “Envisioning the future of technology” anhand einer interaktiven Grafik den Stand verschiedenster Forschungsbereiche. Er spekuliert bei diesem Projekt, wann bestimmte Technologien reif für den Massenmarkt sind.

Microsoft macht sich seit Jahren Gedanken zu diesem Thema und investiert in entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für seine Zukunftsforschung. Niederschlag findet dies in visionären, vom Microsoft Office Lab mitentwickelten Videos, die demonstrieren, wie wir Menschen in den nächsten Jahren “digital” leben werden:

Der Autor von Microsofts “Office Casual”-Videoserie, Dough Thomas (@dougthomas), analysiert in einem „Behind the scenes“-Video verschiedene Verbindungen zwischen der Technologie von heute mit den Visionen von morgen. Einen Fokus legt er dabei auf die grafische Aufbereitung der immer größeren Datenmengen. Eine weitere Überlegung gilt personalisierten QR-Codes und Tags, durch die Informationen zielgerichteter an die Mediennutzer gebracht werden. Open Spaces ermöglichen die spontane Zusammenarbeit, sowie die Verbindung von sozialen Netzwerken und Geschäftlichem. Und Thomas skizziert einen virtuellen Arbeitsplatz, an dem Menschen gemeinsam an Inhalten arbeiten, auch wenn sie sich nicht am selben Ort befinden.

Wie oft sprechen wir im Internet über gesellschaftliche Werte – und in welchem Zusammenhang? Diesen Fragen geht der Werte-Index des Trendbüros in Hamburg nach. Grundlage für diese Analyse sind über 150.000 veröffentlichte User-Meinungen aus Blogs, Foren und Communities. Der Werte-Index wurde 2009 erstmalig erhoben.

Trendbüro-Geschäftsführerin Birgit Gebhardt entwirft in ihrem Buch “2037 – Unser Alltag in der Zukunft” realistische Bilder einer Welt von übermorgen. Wie sich Zukunft im globalen Zusammenhang gestalten wird, kann niemand vorhersehen, aber die genaue Beobachtung der Gegenwart eröffnet Perspektiven, die plausible Prognosen erlauben. „Die grundlegenden Fragen werden sich bis 2037 nicht radikal verändern. Doch unsere Lebensweisen erhalten neue Impulse: Die Netzwerktechnologie erweitert unsere Möglichkeiten und optimiert unseren Alltag.“

Viele Konzerne experimentieren im Zuge von Einzelkampagnen, um ein Gefühl für neue Technologien zu bekommen. Disney setzt in einem beeindruckenden Beispiel auf Augmented Reality. Auf einer überlebensgroßen Plakatwand am Times Square interagieren Passanten mit populären Disney Figuren wie Mickey Maus.

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AppCircus stellt iMirror vor

24. November 2011

Anlässlich des letzten Mobile Monday des Jahres schlug der “App Circus” seine Zelte in Wien auf. Am 21. November wurden im Naturhistorischen Museum zehn – vorausgewählte – mobile Applikationen präsentiert und diskutiert.

Der Mobile Monday hat in über 150 Städten weltweit eine globale Community mobiler Visionäre geschaffen und ist seit 2009 auch in Österreich vertreten. Das innovative Netzwerk trifft sich einmal pro Quartal zum Austausch von Wissen und Erfahrungen unter Gleichgesinnten.


Unter den Auserwählten des App Circus war diesmal auch der Silhouette iMirror, entwickelt von Netural, der bei der Veranstaltung von Mobile-Expertin Eva-Maria Michelcic (Foto) vorgestellt wurde.

Mit dieser iPhone/iPad-App wandelt sich der Bildschirm zum elektronischen Spiegel, wo Augmented Reality das lebensechte Anprobieren von optischen Brillen und Sonnenbrillen möglich macht. Mittels Facetracking erkennt die App den Sitz der Brille und passt diese in Echtzeit an die Bewegungen an.

Weitere Infos und einen Filmbericht zum Mobile Monday #13 findet man unter www.mobilemonday.at.

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Das war die W-JAX 2011

16. November 2011

W-JAX
Die W-JAX in München bietet jährlich Vorträge & Workshops rund um Java, Cloud Computing, agile Software-Entwicklung und -Architektur. Auch heuer wurden zahlreiche hochkarätige Sessions von Europas führenden Experten zu diesen Themen gehalten. Mehrere Special Days widmeten sich überdies ganztägig Schlüsselthemen wie Architektur, Performance, Mobile-App-Entwicklung oder Rich Internet Applications.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem Agile Day, der sich ganztägig und intensiv der agilen Software-Entwicklung annahm. Die Mischung aus Praxisbeispielen und theoretischen Hintergründen und Modellen brachte spannende neue Eindrücke in diesem Umfeld.

Die weiteren Tage widmeten sich weitaus technischeren Themen und Sessions. Java Champion Adam Bien brachte den Teilnehmern die Kunst des “einfachen Entwickelns” näher, während Kevlin Henney Anekdoten aus seinem Buch “97 things every programmer should know” präsentierte. Dass die Themen der W-JAX sehr breit aufgestellt waren, bewies die Vielfalt der Vorträge in Breite und Tiefe: eine Präsentation des Perfomance Days behandelte Performance-Analyse und -Steigerung von Hibernate-Anwendungen, die Rich Internet Application Days konnten mit einem Beitrag zum brandneuen JavaFX2 aufwarten und auch Themen wie Application-Performance-Monitoring, Big-Data und DevOps wurden in den Sessions präsentiert.

Nicht nur die eigentlichen Vorträge, sondern auch das Rahmenprogramm der W-JAX konnte sich sehen lassen: abendliche Panels — Expertenrunden die sich täglich den Fragen der Konferenzteilnehmer stellten — gehörten genauso zum Programm wie ein gemütlicher Ausklang bei Weißbier und Brezn und die Möglichkeit, Aussteller und Konferenzteilnehmer in entspannter Atmosphäre näher kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen oder bei dem einen oder anderen Thema nochmal genauer nachzuhaken.

Jürgen Etzlstorfer

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Archiv

User Experience Camp Wien

14. November 2011


Am Samstag, 12. November 2011, fand zum dritten Mal das User Experience Barcamp in Wien statt. Die Themenbereiche beinhalteten User Experience, Usability, Barrierefreiheit, Interactiondesign und Informationsarchitektur. In der ersten Sessionrunde stellte Marius Lessiak, Entwickler bei ORF Online, das Content Management System hinter ORF.at vor. Er hat bei der Entwicklung des neuen CMS das Design an die Bedürfnisse der Redakteure angepasst.

UX Camp Wien

Leon Pogrzebacz, Projektmanager und Consultant, sprach über die Anwendung der Persona Methode für kleinere Zielgruppen. Bei dieser Methode wird analysiert, welche Nutzerkreise eine Anwendung später verwenden werden. Dazu werden einige fiktive Personen mit speziellen Eigenschaften entwickelt, die stellvertretend für die spätere Anwendergruppe stehen. Mithilfe dieser Technik fällt es den Entwicklern leichter, sich in die User hineinzuversetzen.

UX Camp Wien

Bei der Session „What’s going on in our brains? Effects on design decisions“ behandelte Claudia Oster von Techtalk zwei Bücher von Susan Weinschenk. Sie begann ihren Vortrag mit einem Versuch, bei dem die Teilnehmer Kaffeetassen zeichnen sollten. Wie sich herausstellte, malten alle Teilnehmer in etwa das gleiche Symbol einer Tasse, ungewöhnliche Perspektiven wie eine Tasse von oben werden nur selten gezeichnet. Dies sollte verdeutlichte, dass beim Design von Icons und Symbolen bekannte Formen verwendet werden sollten.

Zusammenfassend war das UX Camp einmal mehr ein spannender Austausch der Wiener Kompetenzen im Bereich User Experience.

Birgit Hajek

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Marilyn 12 by Lawrence Schiller

11. November 2011

Foto von Marilyn Monroe

Das Office von Netural Wien ist erneut Schauplatz einer Fotoausstellung. Und bereits zum zweiten Mal machen wir inhaltlich Marilyn Monroe unsere Aufwartung. Vernissage war am Donnerstag, 9. November.

“So we think of Marilyn who was every man’s love affair with America, Marilyn Monroe who was blonde and beautiful and had a sweet little rinky-dink of a voice and all the cleanliness of all the clean American backyards. She was our angel, the sweet angel of sex, and the sugar of sex came up from her like a resonance of sound in the clearest grain of a violin. Divine love always has met and always will meet every human need.” (Norman Mailer, Auszug aus der Einleitung, Lawrence Schiller Marilyn 12, 2007)

Lawrence Schiller ist ein US-amerikanischer Photojournalist, der für das Life Magazine, Paris Match, The Sunday Times,Time, Newsweek, Stern und für die Saturday Evening Post arbeitete.

Die Welt war nicht vorbereitet, die ersten Nacktaufnahmen von Marilyn zu sehen, die Schiller damals in Farbe und in schwarz/weiß schoss. Sie sprang in einem Bikini in einen Pool und tauchte au naturel wieder auf, lächelte und war in ihrem Element: die Sexgöttin, posierte für die Ewigkeit. Beide hatten zu diesem Zeitpunkt ein freundschaftliches Verhältnis, das Schiller erlaubte, eine ganz private Marilyn in all ihren Facetten einzufangen. Dies ermöglicht dem Betrachter, die beiden so unterschiedlichen Seiten Marilyns, wie sie in den oben angeführten Zitaten beschworen werden, innerhalb eines Portfolios zu entdecken.

Ausstellung „Marilyn 12 by Lawrence Schiller“
Eindrücke zur Vernissage findet man auf der Netural Facebook Page.
Portraits of Marilyn Monroe, Barbara Streisand, Jackson 5.
Dauer der Ausstellung: bis 23. Dezember 2011.
Öffnungszeiten: Mo bis Do 09:00 bis 18:00 Uhr, Fr 09:00 bis 14:00 Uhr.

Birgit Hajek

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E3: Wiener Kongress

24. Oktober 2011

E3 EGM 2011 Eröffnungsabend, Netural Wien
Ein verlängertes Wochenende lang weilten die Vertreter von 20 internationalen E3-Agenturen zu einem “Extraordinary General Meeting” in Wien, um über eine Vertiefung der Zusammenarbeit zu sprechen. Gastgeber: Netural.

Seit 2010 ist Netural als zweite österreichische Agentur – und erste Digital Media Agentur überhaupt – Mitglied des internationalen E3 Agency Networks für eigentümergeführte, unabhängige Agenturen.

Das Netzwerk, das ambitionierten Kommunikationsdienstleistern einen direkteren Zugang zu internationalen Ressourcen und interkulturellem Know-How ermöglicht und heute einige der spannendsten “Nicht-Netzwerk-Agenturen” aus 24 Ländern umfasst, wächst seit einigen Jahren in Richtung “Emerging Markets”. Längst zählen auch Agenturen aus China, Brasilien und Russland zum Netzwerk. Und so standen die BRIC-Staaten und andere zukünftige Entwicklungsmärkte (“Next 11″) und -themen im Zentrum des ausserordentlichen General Meetings, das vom 20. bis 23. Oktober 2011 in Wien stattfand.

Neu im Kreis der E3-Mitglieder: die indische Fullservice-Werbeagentur Maitri, die mit Standorten in Bangalore, Delhi, Chennai, Cochin, Coimbatore sowie auf den Maledivien, indische wie internationale Kunden auf dem gesamten Subkontinent betreut. Arbeiten von Maitri umfassen alle Disziplinen klassischer Werbung – von TV bis Packaging – und gewannen zahlreiche Preise im In- und Ausland.

Neben Vorträgen und Workshops war der “Wiener Kongress” eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften aufzufrischen. Und auch das Rahmenprogramm konnte – für Nicht-Österreicher – mit Exotik punkten: Operettenlieder beim Heurigen + Tour durchs Wiener Kanalnetz.

E. D.

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Die Adobe MAX Conference 2011

4. Oktober 2011

Tag 1

Opening Keynote
Adobe CTO, Kevin Lynch

Nach einer echt geschmackvollen und pompösen Multimedia-Introduction führt uns Kevin Lynch durch die Eröffnung-Keynote. Seine Schwerpunkte: Digital Publishing, Touch-Applications und Cloud.

Nach 20 Jahren Mouse steht nun eine neue Ära, die Ära des „Touch“ bevor. Adobe ist gerüstet, und präsentiert einen Ansammlung von Touch-Apps die für uns irgendwie aber allesamt nicht wirklich aus dem Gimmick-Status rauskommen. Photoshop Touch & Co wirken etwas gekünstelt. Was den Trend zu „Touch“ betrifft, liegen sie aber vermutlich richtig. Vielleicht schaffen es aber ein oder zwei vorgestellte Tools auch bei den Professionals. Unsere Tipps: „Proto“ und „Ideas“

Das wirklich große Ding wird aber vermutlich „Creative Cloud“. Die Tinte auf dem Übernahme-Vertrag für „Typekit“ war noch gar nicht trocken, stellt Adobe schon eine ziemlich feine Online-Plattform vor, die unter vielen Features auch WebFonts zukünftig wesentlich erleichtern soll. Pluspunkte von uns gibt’s für Concept & Idea, Interface und Funktionen, Minuspunkte für das Nicht-Erwähnen des Pricings. „Software as a Service“ ist aber definitiv die Schiene auf die Adobe in Zukunkt setzten wird. Ein gezeigtes Beispiel war noch Image & Document – Sharing. Egal auf welchem Device zB. ein Photo gemacht, bearbeitet oder kommentiert wird. Es synchronisiert alles überall hin, im Hintergrund.

Alternative 3D
Markus Pargfrieder

Sehr cooles Framework, das die Russen da hingezaubert haben und mit dem sie seit Beginn mit Adobe eng zusammengearbeitet haben. „Tanki2“ ist ein MMO-Game, welches auch immer gleich als Test-Wiese herhalten kann und demnächst online gehen wird. War klar, dass die Russen mit einem Panzerspiel kommen, aber dieses Framework scheint durchaus auch raumplanerische Möglichkeiten mit sich zu bringen. Visitenkarten mit Alex wurden natürlich bei einem Budweiser ausgetauscht. BTW, Alex mag Unity3D nicht wirklich gerne.

AIR 3 – What´s next?
Markus Pargfrieder

Wow, machen wir´s kurz. Ich bin verliebt! „Captive Runtime“, „Native Extensions“, „StageText“, …

Jetzt brauchen wir nur noch ein sinnvolles Projekt das auch wirklich auf allen Devices laufen soll. Möglichst unterschiedliche, damit man auch gefordert ist.

Apps für LG TV
Andreas Atteneder

Nach mobilen Devices sollen nun auch TVs es ermöglichen, mit Applikationen Millionen zu verdienen. LG, der 2. Größte Hersteller stellte hier sein SDK dafür vor. Grundsätzlich gibt es drei Wege Apps umzusetzten: Web (HTML5), Flash und in Kürze auch Native Apps. Enttäuschend ist, dass man dabei noch mit mehr Limits zu kämpfen hat, als auf Smartphones. Derzeit laufen nur AS2 Apps im Flashplayer Lite und die Rechenleistung ist sehr bescheiden. Interessant klingt allerdings die „in-app-advertisement“ Lösung die LG bietet.

The Death of Flash
Markus Pargfrieder, Andreas Atteneder

„The rumours of my death are greatly exaggerated“ (Mark Twain). Unter diesem Motto wurde uns erklärt, warum Flash auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielt. Der Run auf diese Session war groß, es wurden sogar Stehplätze vergeben. Dieses Thema polarisiert auch hier auf der MAX. „Was Steve right?“ „Was he wrong?“. Wir sagen: Wettbewerb belebt das Geschäft und mit den hier vorgestellten Neuerungen sehen wir uns bestätigt. Hätte Apple Flash von Anfang an zugelassen, wäre diese Konferenz inhaltlich anders abgelaufen. Innovationszwang lautet die Devise. Und unterm Strich bleibt vermutlich über: AIR ist für das Jetzt, was Flash für die 0er-Jahre war.

Übrigens glaubte der Vortragende (ein VicePresident von Digitas in NY), dass Facebook genauso zum Abflauen von Flash-Projekten geführt hat wie das iPad. Warum? Weil Landing Pages & Microsite massiv rückläufig wurden, und die Budgets Richtung Social Media und eben speziell Facebook (und Facebook-Pages) gelaufen sind.

Tag 2

3D Sessions featuring the Molehill Engine
Markus Pargfrieder

So viele unterschiedliche Sessions rund um eines der Core-Elemente von Flash-Player 11. Die Frameworks welche die Möglichkeit direkt auf die GPU durchzugreifen nutzen wollen sind vielzählig. Die Ergebnisse zum Teil atemberaubend. Für uns als Entwickler wird es schwierig werden, sich für die richtige zu entscheiden. Aus meiner Sicht wird es nicht das optimale Framework für uns als Agentur geben, sondern immer nur das optimale Framework für ein Projekt – mit seinen speziellen Anforderungen und Schwerpunkten. Die Herausforderung für uns wird also neben dem optimalen Einsatz auch der immer aktuelle Überblick über Alternate3D, Away3D, Flare3D, Unity3D & Co sein.

General Keynote 2
Markus Pargfrieder, Andreas Atteneder

Hier gings an die Adresse der Entwickler. Auch heute Morgen hat Adobe wieder eine Firma gekauft. „PhoneGap“. Das Service das also ebenfalls in der Creative Cloud zu haben sein wird ist so simpel wie genial. Eine App in HTML5 bauen, uploaden, kurz warten und für alle Plattformen und OS als native App herunterladen und deployen …

Adobe betont sein Engagement in Sachen HTML5, wie sie das W3C Konsortium oder das Google Chrome Team unterstützen. Da gibt es neue Anträge auf CSS-Features usw. welche in einem eigenen Browser gleich mal demonstriert werden usw. Adobe betont nochmals, dass HTML die Zukunft ist, genauso wie die Flash Plattform, deren Zugpferde aber zukünftig vor allem Molehill und AIR sein werden (aber das hatten wir ja bereits gewußt)

Die Molehill Demos waren dann nochmals verblüffend, obwohl wir dachten, schon alles zu kennen. Aber mit einer astreinen Unreal Version die im Browser läuft und Triple-A Game Optik liefert haben wir nicht gerechnet. Die Browser-Version von Angry Birds, deren „Obervogel“ sich die Zeit für die Adobe MAX genommen hat, zeigt dann einfach nur, wie bedeutend der Schritt „Flash Player 11“ von der Branche gesehen wird.

Flash Plattform Roadmap
Markus Pargfrieder

Jetzt ist Flash Player 11 gerade mal seit 12 Stunden verfügbar und noch in keinster Weise „verdaut“, schon muss ich mir in einer Session von einem Product-Manager Team Dinge vorführen lassen, die „vermutlich 2012“ auf den Markt kommen werden. Der Disclaimer auf der ersten Folie machte gleich deutlich, dass Adobe hier für nicht eine Garantie abgibt, sondern hier nur Dinge gezeigt werden, die zur Zeit die Entwickler bei Adobe beschäftigen, ohne aber zu wissen, was wann ausgeliefert werden wird (wenn überhaupt). Für mich gilt also nach der MAX was vor der MAX galt: „Can´t wait for the future!“

HTML5, the 2012 of the web
Andreas Atteneder

Firefox Entwickler Robert Nyman führte uns in viele Neuheiten ein, die HTML 5 mit sich bringen, und bringen werden (Offline Storage, Canvas, WebGL, WebSQL, Web Sockets, Formulare, usw.). Das meiste war bereits bekannt, dennoch eine gelungene Zusammenfassung wohin die Reise geht.

Building the best Gameplay
Andreas Atteneder

Die Erwartung von mir an diese Session war Tipps und Design Patterns über Entwicklung interaktiver Systeme zu erhalten. Leider ging sie viel zu wenig weit, so dass ich enttäuscht festellen muss, dass mein Code sich dadurch kaum verbessern wird.

Everything you wanted to know about Adobe Edge
Andreas Atteneder

Das Konzept ist denkbar einfach: In einem Interface, stark angelehnt an Adobe After Effects, kann man Elemente (Bitmaps, Text, Formen, usw.) platzieren, skripten und vor allem animieren und anschließend in Form von HTML/CSS/JS abspeichern. Der Funktionsumfang scheint ähnlich einer Timeline-Animation in Flash Professional zu sein. Richtig toll ist: wenn man den entstandenen Code abändert, fließen diese Änderungen automatisch zurück zu Edge.

Für das Bauen von Elementen einer Seite (vor allem Banner) ist dieses Tool wohl auf jeden Fall vorzumerken und anzutesten!

CSS for Web and Mobile Design

Hier wurden einige neuere Features von CSS und vor allem einige Best Practices nähergebracht. Einiges kennen die meisten Netural Entwickler (Modernizr, YepNope und div. CSS3 Gimmicks), andere speziellere Insider-Tricks konnte ich dazulernen.

Die wohl wichtigste Aussage: Content is King und muss überall dargestellt werden können (Browserkompatibel). Ist das sichergestellt, dann werden Websites vorerst für moderne Browser entwickelt. Das das Produkt am Ende in älteren Browsern (IE6/7) anders Aussieht, muss der Kunde dabei in Kauf nehmen, oder damit rechnen, dass der entstehende Mehraufwand entsprechend in Rechnung gestellt wird.

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Eindrücke von der dmexco 2011

26. September 2011

Am 21. und 22. September präsentierte sich Netural auf der dmexco 2011 in Köln. Der eigene Messestand in Halle 7 war ausschließlich dem Thema Augmented Reality gewidmet. Mit dabei: der französische Technologiepartner Total Immersion. Zahlreiche Fallbeispiele großer Marken – von Opel über Olympus bis Silhouette – begeisterten das vorbeiwandernde Publikum.

Besonders beliebt: die eigens für die dmexco als Demo-App gestalteten “Papercharms”. Vier kleine Origami-Tiere, die mittels iPhone oder iPad2 zum Leben erweckt werden können. Die App ist trotzt ihrer verspielten Anmutung mehr als ein Gag: sie zeigt, wie Augmented Reality-Anwendungen Kampagnen um transmediale Elemente ins “wirkliche Leben” verlängern und dabei auch Träger der jeweiligen Story sein können.

Kurz: dmexco-Besucher nutzten den Netural-Stand als Oase, in die AR-Welt einzutauchen. Spannende Gespräche inklusive. Und so sah’s aus:

 

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Die Evolution der Kommunikation

19. September 2011

Netural Communication setzt Schwerpunkte im Zukunftsthema Augmented Reality und baut mit Mark A.M. Kramer eine eigene Mobile/AR-Unit auf. Wir haben ihn um ein kurzes Gespräch gebeten, um uns seinen Zugang zum Thema näherzubringen.

Mark, wir freuen uns, dass Du als Augmented Reality-Experte in Zukunft unser Team verstärken wirst. Kannst Du mir etwas über Deinen Werdegang erzählen? Wie bist Du beim Thema User Experience gelandet?

Einige Menschen haben mich da sehr beeinflusst.

Zu Beginn meiner Zeit in Österreich war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter im ICT&S Salzburg und habe dort Professor Wolfgang Pree und Professor Ursula Maier-Rabler kennengelernt. Wir haben viel darüber philosophiert, wie moderne Technologien die Menschen unterstützen können. Wir haben Technologie und Gesellschaft oft auch kritisch betrachtet, wobei mir die beiden völlig unterschiedliche Perspektiven näherbrachten.

Professor Manfred Tscheligi hat mich mit seiner Vorstellung von „Human Computer Interaction“ (HCI) sehr beeindruckt, was für mich eine Art Mittelweg in diesem breiten, interdisziplinären Feld darstellt. Und interessante theoretische Perspektiven zu meiner Arbeit hat mir Professor Wolfgang Hofkirchner vermittelt.

Was ich spannend finde ist, wenn bei neuen Technologien die menschliche Komponente nicht vergessen wird und die Lösungen und nicht das Problem im Vordergrund steht.

Was sind deine Pläne für deine Arbeit bei Netural? Wie denkst du Kundenprojekte und welche Strategien verfolgst du?

Viele Agenturen richten Ihre Aufmerksamkeit in erster Linie auf kostenorientierte Lösungen für Kunden, ich möchte da weiter gehen. Ich versuche immer zunächst daran zu denken, wer das Produkt oder den Dienst nutzen wird.

Netural verfolgt in seinen Projekten ebenfalls eine umfassende Strategie. Wir sind proaktiv, beobachten Trends und machen sozusagen ethnographische Forschung: Wie wird Social Media genutzt? Wie kommuniziert man mit und über Produkte? Und wir suchen nicht nur Trends, wir setzten Trends!

Was ist wichtig im Umgang mit Augmented Reality und in diesem Zusammenhang User Experience?

Die relativ neue Disziplin Augmented Reality stellt für mich einen kulturellen Wandel dar. Um sie sinnvoll einzusetzen und erfolgreich zu sein, muss die Handhabung intuitiv sein. Die angebotenen Dienste müssen einen klaren Nutzen haben.

Spannend ist, dass wir bisher immer Informationen aus der physikalischen Welt in die digitale Welt gebracht und dort verarbeitet haben. Mit AR gehen wir nun einen anderen Weg. Wir bringen digitale Informationen in die physikalische Welt, die Kommunikation wird somit durchlässig.

Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft nach dem Hype aus?

Oft wird nur das Geld gesehen, doch das soll nicht das Ziel sein. Das Ziel ist die Evolution von Kommunikation – und Augmented Reality ist ein erster Schritt in diese Richtung. Location Based Services und interaktive, mobile multimediale Erlebnisse sind der nächste Schritt für Marketing.

Netural ist dabei, und das ist aufregend!

Du stößt rechtzeitig zur internationalen Fachmesse dmexco in Köln (21./22. September) zu Netural, wo wir gemeinsam mit dem französischen Technologiepartner Total Immersion mit einem Augmented Reality-Schwerpunkt präsent sein werden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die spannenden Projekte, die wir gemeinsam entwickeln werden. Danke für das Gespräch, Mark!

Ich bedanke mich!


Gerda Haunschmid führte das Gespräch mit Mark A.M. Kramer

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Silber beim IAB Web Ad 2011

15. September 2011

Am 9. September veranstaltete der IAB Austria die 9. Web Ad Gala in der Remise. Dem Anlass gebührend versammelte sich die Branche zur Verleihung von Österreichs größtem Preis in der Onlinewerbung: Der Web Ad Pokal. Die besten Onlinekampagnen des Jahres wurden präsentiert, prämiert und gefeiert.

Auch Netural darf sich gemeinsam mit dem Kunden CNH Österreich über einen der begehrten Pokale freuen. Die Kampagne für den Steyr Profi gewann Silber in der Kategorie “Beste Kreativ Strategie”!

Steyr stellt auf einer Microsite den “Profi” multimedial vor und lässt Besitzer und Testfahrer mit ihrer Meinung zu Wort kommen. Insgesamt gaben auf diesem Weg über 300 Landwirte ihre Video-, Foto- oder Text-Statements ab.

Neben den erfolgreichsten Kampagnen zeichnete der IAB auch wieder den “Rookie of the Year” aus. Daniela Holzer ist Jahrgangsbeste im Online Marketing Lehrgang der Werbeakademie und strahlte mit den “alten Hasen” um die Wette.

Die gesamte Gewinnerliste, eine Fotogalerie und weitere Details sind auf der Website des Web Ad zu finden.

Sarah Kehrer

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Google+: Konkurrent für Facebook?

1. August 2011

Seit Ende Juni brummt es im Web: Google startet ein soziales Netzwerk! Schon in den Tagen vor dem Launch haben sich die Anzeichen dafür verdichtet und nach sensationellem Start ist der Ansturm ungebrochen: in knapp zwei Wochen stieg die Zahl der User auf über eine Million, Tendenz weiter steigend.


Die Funktionen von Google+ ähneln jenen von Facebook, wobei das Teilen und Bewerten von Inhalten im Vordergrund steht. Während man auf Facebook als “Freund” agiert und sein Netzwerk entsprechend aufbaut, ist man auf Google+ verstärkt “Redakteur”. Ein wesentliches und neues Feature ist die Kontaktverwaltung in “Circles” (Kreisen). Sie macht das Teilen von Inhalten mit Dialoggruppen transparenter, intuitiver – und letztlich ein gutes Stück öffentlicher. In diesem Punkt ist Google+ eher mit Twitter als mit Facebook vergleichbar, auch wenn es grundsätzlich jede Privacy-Stufe zulässt.

Innovativ ist der Videochat (“Hangout”), der ebenfalls auf die “Circle”-Logik zurückgreift – und eine ernstzunehmende Konkurrenz für Skype darstellt.

Mit dem neuen Netzwerk führt der New Economy-Primus aus Kalifornien seine beliebten Dienste ein gutes Stück zusammen: Picasa und Latitude sind vom Start weg in Google+ eingebunden, der komfortable “Instant Upload” stellt Fotos von Handys und Smartphones unmittelbar online. Andere Dienste wie Google Mail oder der Google Reader sind in der neuen schwarzen Header-Leiste zusammengefasst und direkt ansteuerbar.

Über “Sparks” können User ihre Interessen verwalten und Inspirationen sammeln. Ebenso ist “+1” integriert, ein Dienst, dessen Einführung Google um einige Wochen vorgezogen hatte und der dem Facebook “Like”-Button nahe kommt. Die “+1”-Buttons tauchen nun verstärkt auf WebSites auf, ebenso bei den Google Suchergebnissen.

Wer die Mobile App von Google+ nutzt (sowohl für iPhone als auch Android verfügbar), findet dort “Huddles”, ein Real-Life-Sharing via Chat.

Noch wehrt sich Google gegen die Nutzung der Google+ Profile für Unternehmenszwecke. Hier wurden eigene Business-Pages angekündigt, die in Kürze ausgerollt werden sollen. Wobei allein die Denkvariante “Integration in Google Maps” eine Ahnung davon gibt, was hier wohl möglich werden wird. Noch sind Unternehmen aufgefordert, keine Profile anzulegen, was allerdings nicht alle davon abhält.

Mit der Richtlinie, dass auf Google+ nur “Klarnamen” (also die echten Vor- und Zunamen der User) verwendet werden dürfen und mit der Sperre unzähliger Accounts, wo dies offensichtlich nicht der Fall war, hat Google auch gleich einige frischgewonnene Fans verärgert. Laut Google soll dies zu mehr Transparenz und einem rücksichtsvollerem Umfang im Netzwerk führen, wer Google als “Datensammler” kennt, weiß, dass dies nur eine Seite der Medaille ist. Die Praxis zeigt, dass der Klarnamenzwang kaum durchsetzbar ist. Letztlich wird sich zeigen, wie weit der Mediengigant hier auch ein Stück zurückrudern wird.

http://plus.google.com
http://www.google.com/plus
http://www.google.com/+

Gerda Haunschmid

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Visual Talking

Die meshed#3 in Videos

4. Juli 2011

Was bedeuten deutsche Schlager, Liebe und Pornos fürs Marketing? Warum sind Zahlen und Masse stärker als Einhörner und Regenbogen? Warum können Bilder Grenzen überschreiten und, Frage aller Fragen, was macht virale Videos zu viralen Videos?

Am 22. Juni 2011 lud Netural Communication zur meshed#3 in die Linzer voestalpine Stahlwelt und lüftete Geheimnisse des Social Media Marketing.

Die Idee zum Tag: “Visual Talking”. Wir wollten wissen: Sind die 140 Zeichen der Zukunft ein Bild?

Hier nun die gesammelten Lectures der meshed#3 als Videomitschnitte:


Christian Blümelhuber: “Der Marketing Code© – Marketing in der modernen Moderne”


Dan Zarrella: “The Science of Social Media”


Suma Mandagiri: “Visual Thinking”


Bruno Uzzan: “Augmented Reality”


Achim Beißwenger: “YouTube uns seine Kinder – Wie Online Video, WebTV und Social Media die Kommunikation von Marken, Medien und Menschen revolutionieren”


Gabriel Aldamiz-echevarria: “People and data in the fashion industry”


“Brand Credibility im Social Web”: Es diskutieren Ramón Reichert (Medienwissenschafter und Autor), Renate Gruber (Cupcakes, cupcakes-wien.at) und Ulli Cecerle-Uitz (Rewe/Ja! Natürlich, janatuerlich.at) mit Anna-Maria Wallner (Die Presse, diepresse.com).

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Marketing Porno, please RT!

24. Juni 2011

meshed#3: Für die dritte Auflage der Social Media Konferenz über zukunftsweisende Trends in der digitalen Welt holte Veranstalter Netural Marketing-Profis, Blogger und Twitter-Poweruser in die Stahlstadt Linz – konkret gleich in die voestalpine Stahlwelt.

Sechs packende Vorträge rüttelten an Grundsätzen und warfen neue, spannende Ideen in den Raum, zwei Podiumsdiskussionen schlugen die Brücke zur Praxis.

Den Auftakt machte ein Paukenschlag: Christian Blümelhuber verglich klassisches Marketing mit Xavier Naidoo: irgendwie schleimig und omnipräsent. Wichtig sei sich klarzumachen, dass man dabei aus gutem Grund auf Schritt und Tritt auf die Zahl drei stößt. Gutes Marketing sei nämlich keine Liebesgeschichte, sondern ein Porno. Sprich, eine rasche Folge von schnellen Nummern. Da kann auch mal ein Blindgänger dabei sein. Blümelhuber plädiert daher für die Sperma-Strategie: Einmal links, einmal rechts hinschwimmen – was funktioniert, penetriert. Was nicht funktioniert, wird fallengelassen.

Ähnlich mitleidlos erteilte Social Media Scientist Dan Zarrella vom Bostoner HubSpot den „Einhörnern und Regenbogen“ der klassischen „Hippie“-Philosophie des „Liebe deine Follower“-Segments eine Absage. Empirische Wissenschaft und harte Fakten schlagen Bauchgefühl. Gehört wird das Laute, gesehen das Große. Size matters. Beweisen die Zahlen.

Twitter liefert die Lektionen fürs Virale: Die Gewinner reden nicht über sich selbst, sondern bieten etwas an, Info, Image oder Produkt. Sie sind Stars, Gründer, Gurus oder Experten, aktiv, statt zu jammern. Und sie sind direkt: Please RT! Kaufe jetzt! Ruf mich an!

Facebook ist die Plattform für den Mainstream: Jammern, Insider-Sprech und Fachchinesisch sind out, Positives, Stylishes und Cooles ist in. Schließlich will man sich beim Teilen nicht blamieren. Das Thema, das immer zieht, schließt gleich den Kreis zum Vorredner: Sex ist sexy.

PR 2.0 war Thema der ersten Diskussion, in der Anne Grabs (Follow me!) in die gleiche Kerbe hieb wie Blümelhuber und Zarrella: Machen, tun, los, jetzt.

Visual Thinking-Bloggerin Suma Mandagiri aus Mumbai, Indien, versetzte das Publikum der meshed#3 mit ihrer handgezeichneten Präsentation in Entzücken. Sie warb für Bildersprache als Ergänzung und Mehrwert für das Wort. Es brauche nicht mehr als einen Bleistift und ein Blatt Papier – und die Chancen stünden gut, dass jeder im Saal schon jetzt Bilder nutze, um zu lernen und sich Zusammenhänge zu merken. Visuelles Denken erlaube mehr Freiheit als verbales, ohne Sprachbarrieren oder 26-Buchstaben-Limit.

Zweifler im Publikum brachten die Themen Bildrechte, mangelndes Zeichentalent und das klassische „wie soll das funktionieren“ auf. Fakt bleibt: An die Zeichnungen kann sich auch nach dem Vortrag jeder und jede erinnern.

Total Immersion CEO Bruno Uzzan sorgte mit einer Windows-Installation auf dem mitgebrachten Mac für Raunen im Publikum. Nach dem obligaten Technik-Crash (Murphy’s Gesetz!) stellte er den neuesten Stand der Augmented Reality Technologie vor. Die einstige Spielerei hat sich in Sachen Grafik wie in der Programmierung weit entwickelt und erschließt jetzt das Feld der kommerziellen Anwendungen. Skeptiker warfen ein, dass Technologie keine Geschichten erzählen könne. Was wahr ist. Dafür gibt es schließlich die Menschen. Netural Communication ist auf dem Gebiet Total Immersion Partner für Österreich, Süddeutschland und Osteuropa.

Bewegtbild-Profi und AMD-Gründer Achim Beißwenger packte enorm viel Wissen in seinen spannenden und stark vorgetragenen Beitrag und präsentierte fundierte Analysen. Leider blieb nur wenig Zeit für praktische Beispiele. Aber immerhin genug fürs Rezept des perfekten Web-Videos:

  1. Kreative Leitidee
  2. Erwartungshaltung brechen
  3. Neues kreieren
  4. Mitreißende Musik, gute Vertonung
  5. Grundbedürfnisse ansprechen
  6. Schlüsselreize anbringen: Augen, Kinder, Gesichter
  7. Humor
  8. Interaktivität

Gabriel Aldamiz-echevarria will Mädchen abhängig machen – von ihren eigenen Gleichgesinnten. Er hat mit Chicisimo eine Modeblogger-Zentrale im Web eröffnet und bietet den leidenschaftlich Interessierten ganz einfach die Plattform, ihrer interessanten Leidenschaft zu frönen. Direkter Mehrwert für ein klar definiertes Zielpublikum, der auch ein Leben neben Facebook erlaubt.

Einen kraftvollen Abschlusspunkt unter die meshed#3 setzte die von Anna-Maria Wallner von „Die Presse“ souverän und unter Einbeziehung des leider zu vorgerückter Stunde nur mehr schütteren Publikums geführte Diskussion zum Thema Brand Credibility. Wer zu früh gegangen war, wurde nicht nur Opfer der entfesselten Elemente, sondern versäumte auch klare, praxisnahe Ansagen von CupCakes-Ikone Renate Gruber, „Ja! Natürlich“-Topkommunikatorin Ulli Cecerle-Uitz und Medienwissenschaftler Ramón Reichert.

Eingebettet in den direkten Bezug zu konkreten Fallbeispielen brachen sie die Erkenntnisse des meshed-Tages auf eine Handvoll klarer Dos & Don’ts herunter.

Do: authentisch sein, direkt und echt sein, die Wahrheit sagen, einbeziehen, sich trauen.
Don’t: lügen, schummeln, bestechen, löschen.

Andreas Habicher

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Zwischen User Choice und Distribution Control: AMD 11

16. Juni 2011

Am 7. und 8. Juni fanden im Münchner HVB-Forum die Audiovisual Media Days 2011 statt. Die AMD widmen sich in einem inhaltlich prall gefüllten Programm ganz den zahlreichen und sehr unterschiedlichen Aspekten von Bewegtbild im Netz – Videos von Privaten, Video on Demand, Corporate TV, Imagefilmen und Hbb-, Smart- oder Red Button TV.


Videos im Web gibt es schon lange – ein alter Hut sind sie aber nicht. Im Gegenteil: Derzeit ist, wie es heißt, 51% dessen, was über die Datenleitungen im Internet läuft, Bewegtbild. Pro Minute werden auf diversen Videoplattformen 35 Stunden neuer Videos hochgeladen – mehr Video, als je ein Mensch konsumieren könnte.

Was das Video im Netz vom klassischen Fernsehprogramm abhebt und gerade für neu Heranwachsende „Digital Natives“ oder besser „Digital Residents“ besonders attraktiv macht: Kontrolle. Wenn wir etwas sehen wollen, holen wir es uns. Wenn ein Video nicht gefällt, wechseln wir zum nächsten. Wenn es länger als vier, bei besonders interessanten Angeboten länger als 10 Sekunden buffert, sind wir ebenfalls weg.

Darum heißt es gerade bei Videos: Kurz fassen!

Technik, Geld und Recht

Die großen Themen der Webvideo-Branche sind drei: Neue Technologien, Geld machen und Recht.

Neue Technologien sind da: Der Teletext, „eines der am meisten unterschätzten Medien“ mit täglicher Millionenreichweite, wird schöner und nähert sich auf neuen Smart-TV-Geräten dem Internet an.

Ob es Zusatzboxen oder ins Gerät integrierte Komponenten sind, die eine Verbindung mit dem Netz erlauben, mit Internet, besserem Teletext, Yahoo!, Smartclip oder anderen, ist aus Anbietersicht egal. Nicht egal ist, dass die Marktsättigung mit Smart-TVs in Deutschland massiv geringer ist als in Großbritannien, und noch weniger, dass ein nicht unbeträchtlicher Anteil an Smart-TV-Besitzern die Möglichkeiten seines Geräts gar nicht voll ausschöpft, weil er etwa ganz einfach das Netzwerkkabel nicht ansteckt.

Was fehlt: eine vernünftige „Liquid Content“-Lösung. Der Traum der Anbieter ist ein Videoformat, das es erlaubt, zuhause neben dem Frühstück am Fernsehschirm den Anfang, an der Bushaltestelle am Mobile den Mittelteil und im Büro beim Kaffeetrinken am Notebook den Schluss ein- und desselben Videos zu sehen – dank eines Accounts an einem flexiblen Service geräteunabhängig. Geht (noch) nicht.

Ein weiteres Problem sind Übertragungsraten. In den großen Städten können die User alles sehen, was sie wollen. Doch schon wenige Kilometer im Umland der Metropolen sinkt die Breitband-Verfügbarkeit dramatisch. Und die schönsten Angebote der Welt nützen nichts, wenn man sie nicht abrufen kann.

Kommt allerdings Zeit, kommt auch Rat. Auf Dauer wird der Moment kommen, wo nur noch Smart-TVs in den Wohnzimmern stehen und auch die Netzabdeckung immer besser wird. Dafür sorgen schon die Netzbetreiber, die ganz unabhängig von der Art des Programms von der Mediennutzung profitieren, und die Gerätehersteller, die mit ihren eigenen Apps und Funktionen Mehrwert generieren wollen.

A propos Mehrwert:

Geld kommt – zum Beispiel bei Zattoo – bisher zu 25% von den 5% der Premium-User. Die restlichen 75% werden mit Zeit bezahlt, die 95% freie User mit dem Anschauen von Werbung verbringen. Der entscheidende Punkt dabei ist, dass die Werbung ankommen muss. Pre-Rolls vor dem gewünschten Programm nerven. Dauern sie länger als sieben Sekunden, leidet der Kunde, daher leidet der Anbieter, und es leidet die Marke. Der Ausweg ist möglichst unaufdringliche Werbung und vor allem: möglichst perfekt auf die Zielgruppe fokussierte Werbung, denn Werbung, die interessiert oder unterhält, nervt nicht.

Für Öffentlich-Rechtliche Sender ist Geld dank Gebührenfinanzierung kein Problem, daher besteht dort viel Bereitschaft, offen zu experimentieren. Zum Beispiel mit „Germany’s Gold“, einem Nostalgieangebot, bei dem on Demand Highlights aus der TV-Geschichte zurück auf den Schirm geholt werden können. Die Idee ist derzeit vom Kartellgericht auf Eis gelegt.

Für die Privaten ein Grund zur Freude, denn sie ärgern sich darüber, dass schon einst einmal über Gebühren finanzierte Sendungen nun on Demand gleich noch einmal vergoldet werden sollen. Private haben als werbefinanzierte Anbieter ein dem Kundeninteresse diametral entgegengesetztes Ziel. Sie wollen dem User gern eine gewisse Kontrolle zugestehen, das aber nur innerhalb eines von ihnen abgesteckten Rahmens.

Der Grund leuchtet ein: Welche Werbung er sieht, und dass er welche sieht, müssen sie ihren eigenen Kunden garantieren. Die Idee, dass die Zuseher frei im Internet surfen und in Werbepausen einfach Facebook oder Twitter auf den Fernsehschirm holen, macht da Angst.

Rechte sind ein Problem, mit dem die gesamte Branche ringt. Übertragungsrechte, Erstausstrahlungsrechte und Wiederverwertungsrechte von aktuellem, alten oder historischem Inhalt sind das größte Hindernis auf dem Weg zu Video on Demand. Der Kunde hat kein Verständnis dafür – das wissen wir alle aus eigener Erfahrung – wenn er etwas sehen oder hören will und sich sagen lassen muss, dass dieses Angebot zwar in den USA jeder Sechsjährige gratis konsumieren darf, wann und wo er will, er aber aufgrund seines Wohnorts darauf warten soll, dass in ein paar Monaten oder Jahren – oder nie – die DVD auf den Markt für Ländercode 2 kommt. Doch ohne Rechte kein Programm.

Brand Storytelling und Virals

Die Rechte sind dann kein Problem, wenn man sein Programm selbst herstellt. Und dazu muss man heute auch kein Fernsehsender mehr sein: Auch Marken können Videos im großen Stil produzieren und sogar Medien damit beliefern – Beispiel Red Bull.

Das Publikum hat dank des immer leichteren Zugriffs auf Inhalte aus aller Welt schon viel gesehen. Ein Imagefilm, in dem perfekt gestylte Gewinnertypen sagen „Wir sind die Besten“ – das wird nicht mehr ernst genommen. Man kennt den „Hochglanz-Gap“: Wo die tollsten Broschüren liegen, ist auch die Enttäuschung am größten. Kunden, aber auch Bewerber wollen wissen: „Was bietet ihr uns“?

Soll die Antwort glaubhaft sein, kommt es auf Vertrauenswürdigkeit an. Einerseits durch verlässliche Produktion mit überzeugender Qualität. Andererseits durch ein stimmiges Gesamtpaket aus Kongruenz zwischen Außenkommunikation und Mitarbeiter-Stimmung. Ein Video von der tatsächlichen Arbeitsumgebung mit echten Mitarbeitern bietet einen Informationswert, den keine rot glühende, exponentiell steigende Aktienkurs-Animation toppen kann.

Wie in jedem anderen Medium gilt es auch im Video eine Geschichte zu erzählen. Geht nicht? Doch. Jede Marke, wirklich jede, hat eine Geschichte zu erzählen. Erdverbunden oder Over the Top, realistisch oder zauberhaft: Der Ausgangspunkt dafür ist die Markenpersönlichkeit, das Individuum, das die Marke darstellt.

Auf dieser Basis kann die Geschichte einen Dialog mit den Kunden beginnen, steuern, wohin die Reise geht, und diesen Dialog, diese Geschichte, in die Offline-Welt verlängern. Jede Marken-Geschichte muss letztlich einen Bezug zur realen Welt herstellen. Immerhin geht es ja um eine Marke, die Umsätze machen muss, nicht um ein Unterhaltungsprogramm um seiner selbst willen.

Und die Geschichte muss für jedes Medium funktionieren. Wie gesagt: Draußen vor der Stadt funktioniert das heiße Video nicht – da muss ein simples Plakat die gleiche Geschichte analog erzählen, und im Fernsehen kann man (noch!) nicht anklicken, ob der Protagonist ins Auto steigen soll oder nicht – da muss der passive Konsum ähnlich spannend sein wie die Interaktion im Web. Die ideale Reise geht übrigens nie zu Ende. Der Cowboy kommt nie an, er reitet immer weiter nach Westen, für alle Zeit.

Königsklasse Viralvideo

Jeder will es sehen, jeder will es machen: Das virale Video.

Virale Inhalte sind so alt wie die Menschheit selbst: Die Geschichte wie man Feuer macht, die Märchen, die Wunder – alles nichts anderes als virale Botschaften, die sich unaufhaltsam verbreitet haben. Einst mündlich, dann schriftlich, nun als Video.

Die heutigen viralen Videos gibt es in mehreren Formen:

  1. Zweckfreie Virals, die einfach nur gute Laune machen.
  2. Zufallserfolge, die Spaß machen.
  3. Einzelerfolge von Privaten, die dann womöglich von einer Marke aufgegriffen werden.
  4. Marken Support, bei dem es darum geht, die Vorteile einer Marke in Szene zu setzen.
  5. Marken-Aufbau, bei dem es darum geht, eine Marke ins Gerede zu bringen.

Jeder weiß: Garantien gibt es nicht. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches virales Video sind die entsprechende Planung, die Bereitschaft zu entsprechenden Investitionen (denn die coolsten Inhalte sind nicht billig) und der Mut, Regeln zu brechen. Wer nirgends anstreift, bewegt auch nichts.

Die „Mutter aller Virals“

Es ist Aufwand verlangt, Einsatz. Und das nicht im luftleeren Raum, sondern mit dem Wissen über die eigene Markenpersönlichkeit. Wer nicht weiß, wer er ist, kann keine vernünftige Geschichte erzählen. Nur wer er selbst ist, schafft Vertrauen.

Das – und natürlich noch viel, viel mehr – waren die Audiovisual Media Days 2011.

Andreas Habicher

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Von Schriften, neuen Ausblicken und Werbegeschenken – die TYPO 2011 in Berlin

25. Mai 2011


Von 19.-21. Mai 2011 veranstaltete FontShop die TYPO Berlin im Haus der Kulturen der Welt und schaffte es damit, über 2000 Besucher aus allen Teilen der Welt in die Hauptstadt einzuladen. Auch Netural war in diesem Jahr auf Europas größter (regelmäßiger) Designkonferenz vertreten und sammelte jede Menge neue Kreativideen.

Kurz vor dem Einlass der TYPO Berlin.

Neben den kleineren Räumen wie “Show” oder “Stage” war die “Hall” im Haus der Kulturen der Welt der größte Veranstaltungssaal der TYPO Berlin.

Shift – das Thema der diesjährigen Konferenz bezog sich auf den Wandel im Design, den Vergleich zwischen Früher und Heute, die Veränderungen (nicht nur im typografischen Bereich) und die neuesten Perspektiven.
Bereits der erste Vortrag von Christoph Keese (Axel Springer AG) über Tablets als Medium brachte spannende Erkenntnisse zum Thema iPad und die zukünftige Entwicklung von Magazinen für mobile Devices. Der Rest des Tages beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Thema Webfont-Technologien, neue Trends in der Gestaltung und Typografie. Ein wahres Motion Design Highlight war der zum Abschluss gezeigte Animationsfilm “Chico & Rita” von Fernando Trueba und Javier Mariscal. Nach einer unterhaltsamen Präsentation des Making-Ofs mit Scribbles, Farbstudien und musikalisch unterlegten Tanzeinlagen des Vortragenden (Mariscal), wurde die aufwändige Produktion dann in voller Länge (94 min.) auf der Leinwand gezeigt. Mit kubanischen Rhythmen und einer rührenden Geschichte fand der erste Teil der Konferenz einen gelungenen Abschluss.

Der zweite Tag war zweifellos sehr kreativ und kulinarisch angehaucht. Da gab es Köstliches für die Augen – Schriften aus Teig und Gemüse – frittiert, roh oder gekocht und erfolgreiches Informationsdesign für das Londonder Stadtleitsystem. Außerdem faszinierte Heiko Scherer mit Einblicken in die Entwicklung von erfolgreichen Storytelling Konzepten auf dem iPad für Unternehmen, wie beispielweise die FAZ.

Schriften aus Kartoffeldruck und Sardinenfonts beim Vortrag von Donald Beekman & Donald Roos.

Martin & Thomas Poschauko brachten danach mit der Buchvorstellung ihres Werkes “NEA MACHINA” neuen kreativen Antrieb. So wurden Dachziegel zu Van Gogh Gemälden und aus einem Straßenpfeiler plötzlich ein richtiger Picasso – eine inspirierende Reise durch den Kreationsprozess. Mit einer beinahe wortlosen, aber trotzdem herzlich fröhlichen Bildershow von April Greiman ging dieser Tag in Berlin fast schon etwas zu schnell zu Ende.
Am letzten Veranstaltungstag brachte Michael Johnson gleich mal reichlich Fahrt in die Runde. Er sprach humorvoll und spannend über seine Projekte mit Johnsonbanks, z.B. über die Visualisierung japanischer Schriftzeichen und ein neues CD für das Londoner Sciencemuseum – mit der passenden Tasche “The Big Bag Theory”. Dass manche Designer auch abseits der Pfade unterwegs sind, zeigte Thomas Lupo, der fünf Monate in den brasilianischen Favelas verbrachte, um gemeinsam mit Kindern kreative Gestaltungsprozesse zu entwickeln. Den witzigsten Vortrag der gesamten Konferenz und auch den letzten in diesem Jahr brachte Christoph Niemann. Seine Werke (u.a. für den New Yorker) sind intellektuell und doch herzlich, seine Kreativität scheint ins Unermessliche zu gehen – ein wirklich inspirativer Ausklang.

Was bleibt also als Fazit mitzunehmen? Neben den vielen neuen Ideen hier noch die wichtigsten Fakten, die man für die Zukunft beherzigen sollte:

  1. “Mobile First!” (Luke Wroblewski) – Benutzer von Mobile Devices nehmen stark zu, verdoppeln sich gegen Ende des Jahres sogar im Vergleich zu 2010.
  2. Die Entwicklung für mehrere Screengrößen wird durch mit Hilfe von CSS anpassbaren Inhalte erleichtert.
  3. Gerade im Hinblick auf mobile Devices sollte in Zukunft bei Sonderschriften auf Webfonts zurückgegriffen werden und nicht mehr auf Bilder (Skalierbarkeit + Wartbarkeit)!
  4. Flash und Adobe InDesign liegen in ihren letzten Atemzügen, der Aufprall von HTML(5) und CSS traf sie wohl doch zu stark.
  5. Beliebtestes Wort auf der TYPO unter anderem: Hinting.
  6. “2.0 Web designers love clouds! Oh yes, they do!” (Donald Beekman, Donald Roos)
  7. “Do a search on Google Images – and then FORGET IT ALL!” (Michael Johnson)
  8. “People haven’t changed much over the centuriers, I call it PEOPLE 1.0” (Tim Fendley)
  9. “If you give it a sense, it makes sense.” (Wittgenstein)

Isabella Fahrner, Margit Blauhut

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Data Love Affair

25. Mai 2011


“Data Love” steht für eine Wirtschaft, die stolz deklariert, “data is the new oil”; will heißen: Daten sind der zentrale Grundstoff des 21. Jahrhunderts. Über 100 Speaker aus Europa und den Vereinigten Staaten widmeten ihre Referate bei der Next Conference unterschiedlichsten Aspekten des zentralen Themas. Dabei ging es natürlich nicht nur darum, wie sich Daten erheben lassen, sondern vor allem um mögliche, auf den gesammelten Daten basierende, Geschäftsmodelle. Vier parallel stattfindende Tracks mit klarer Ausrichtung (“Social Media”, “Tech”, “Brand” und so weiter) gaben den 1600 Gästen Orientierung und stellten sicher, dass jeder bei Seinesgleichen landete.





Chairman der Konferenz war Rolf Schmidt-Holz, bisheriger CEO bei Sony Music Entertainment und damit namhafter Vertreter einer Branche, die sich in den vergangenen 15 Jahren wie kaum eine andere durch hartnäckige Realitätsverweigerung selbst beschädigt hat. Doch auch für ihn ist mittlerweile offensichtlich, “die Zukunft ist digital”. – Tröstlich? – Nicht wirklich. Denn auch wenn die wunderbare Welt der digitalen Medien die Gesellschaft sukzessive verändert (und das in mancher Hinsicht zum Besseren), stellt sich auch hier – wie beim echten Erdöl – die Frage: Wie mit den Ressourcen bestmöglich umgehen? Brauchen wir à la longue gesehen eine neue Privatheit, Daten mit Ablaufdatum und eine Kultur der Unschärfe? Folgt dem Goldrausch eine Ernüchterung, weil Transparenz doch bremst und nicht beschleunigt?

Ernst Demmel

P.S. Wer zwischendurch Lust hat, sich next11-Beiträge auf Video anzusehen, kann dies auf next video tun.

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Pornamental Art by Nina Levett

18. Mai 2011


Auf den ersten Blick scheint die Welt noch in Ordnung; hübsch und dekorativ sogar. Fast ist man versucht, sich gemütlich einzurichten in dieser Idylle, die an Hochglanzmagazine erinnert. Doch die filigrane Scheinwelt zerbricht unter dem intensivierten Blick. Ornamente lösen sich auf und werden zu entblösten Körperteilen. Figuren verraten sich, trotz unschuldiger Posen. Objekte verlieren ihren praktischen Sinn.

Im Zentrum des Schaffens von Nina Levett steht das Frau/Mensch/Objektsein. Ihr Interesse gilt Rollen- und Geschlechterbildern und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen.

Zum gepflegten Zuhause gehört eine hübsche Blumenvase auf dem Salontisch, eine Tapete, die nicht blättert und eine gut frisierte Frau. Nina Levett greift solche und ähnliche Vorstellungen in ihren Arbeiten auf und zeigt, wie alle drei – Vase, Tapete und Frau – zu gleichrangigen Objekten werden.

Kleider, Accessoires, Tapeten, Geschirr und Fliesen versieht Levett mit ähnlichen oder sogar identischen, gezeichneten Motiven. Auf diese Weise verschmelzen die Gegenstände ineinander; jeder einzelne verschwindet in der Gesamtheit – auch der Mensch, der als nichts weiteres als ein Gebrauchsobjekt unter anderen erscheint.

„Falls die Frau nicht gut frisiert ist“, so schlägt Levett im Begleittext zu einem bedruckten Kulturbeutel vor, „lässt sich der Beutel ganz einfach über den Kopf der Frau stülpen.“ Man wird sie nicht mehr sehen, wenn sie im gleich gemusterten Kleid vor der gleich gemusterten Tapete steht.

Ausstellung „STUDIO POP – Pornamental Art by Nina Levett“

Vernissage: Freitag 20. Mai 2011, 18:00 h
Thomas Geisler (MAK Wien) spricht über die Arbeiten von Nina Levett.
Die Künstlerin ist zur Eröffnung anwesend.
Video-Premiere: „Interviews mit Nina Levett. This is all me.“ by CastYourArt.

Dauer der Ausstellung: bis 01. Juli 2011
Öffnungszeiten: Mo bis Do 09:00 bis 18:00 Uhr, Fr 09:00 bis 14:00 Uhr

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Die Gustostückchen der Re:publica XI

22. April 2011

Die Re:publica bot ab 13. April im Berliner Friedrichstadtpalast drei Tage lang insgesamt fast 200 Lectures in 3 Locations. Nach und nach findet man die Vorträge auf Youtube. Hinzu kommt viel polarisierendes Feedback in zahlreichen Blogs.

Jeden Tag fanden bis zu 8 Vorträge parallel statt. Das Themenfeld reichte von Internet Aktivismus bis hin zu Augmented Reality – die Auswahl fiel also nicht leicht. Bei 3.000 Teilnehmern nahmen einem die langen Schlangen vor den Veranstaltungsräumen aber oftmals die Entscheidung ab.

Das W-Lan war dem großen Andrang nicht gewachsen, was den ein oder anderen Besucher wohl ziemlich missmutig stimmte. Ebenso wie die Zahl der Vorträge, denen es an inhaltlicher Tiefe fehlte.

Es gab allerdings sehr wohl auch viele inspirierende und unterhaltsame Beiträge, die einer Erwähnung wert sind:

Besonders ans Herz zu legen ist der Vortrag von Gunter Dueck. Er verstand es ausgezeichnet, sein Publikum zu unterhalten und brachte seine Thesen gekonnt auf den Punkt. Dr. Dueck sprach über die strukturellen, ökonomischen und soziologischen Aspekte des Internets im Allgemeinen – eben dem „Internet als Gesellschaftsbetriebssystem“.

Die Anthropologin Gabriella Coleman forscht im Umfeld von „Anonymous“. Sie sprach über einen Paradigmenwechsel in der Hacker-Bewegung – weg vom Trolling des „LOLs“ wegen, hin zu politischem Aktivismus.

Der britische Architekt Keiichi Matsuda ist ein Augmented Reality Visionär. Seine Ideen ließen so manchen Software-Entwickler kräftig schlucken. Ein Re:publica XI Vortrag, die uns die Zukunft der Lebensraumgestaltung vor Augen hielt.

Video in 3D

Alles in allem 3 spannende Tage, die sich allein schon wegen oben genannter Beiträge lohnten!

Sarah Kehrer

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Twitterer in Residence

12. April 2011


Linz ist zum 8. Mal Schauplatz des renommierten Arthouse Film Festivals Crossing Europe. Sechs Tage lang werden rund 130 ausgewählte Autorenfilme, Dokumentationen und Kurzfilme aus ganz Europa gezeigt.Das Besondere in diesem Jahr: Netural präsentiert das Pionierprogramm „Twitterer in Residence“ des Hauptsponsors Silhouette.

Nur wenige Tage hatten Twitterer aus ganz Europa Zeit, sich zu bewerben. Die 24-jährige Sara Vertongen aus Brüssel hat den Hinweis auf die Ausschreibung auf Facebook gesehen, angeklickt – und wurde prompt von der Jury bei Silhouette aus rund 70 Bewerberinnen und Bewerbern aus ganz Europa ausgewählt, um auf http://twitter.com/silhouette_swb live von Crossing Europe und allem, was dazugehört, zu berichten.

Film, Fernsehen und Twitter

Die Belgierin ist durch einen Social Media Workshop an der Uni erst vor knapp zwei Jahren so richtig auf den Geschmack gebracht worden, was Facebook und vor allem Twitter betrifft. Studiert hat sie Film und Fernsehen – die perfekte Kombination, um live auf Twitter von den Filmvorführungen und den After Show Events rund um Crossing Europe zu berichten.

„Sara Vertongen wird unbeschränkten Zugang zu allen Veranstaltungen rund um Crossing Europe 2011 haben, zu allen Filmvorführungen und allen After Show Events. Und sie wird live auf Twitter darüber berichten“, erklärt Mag. Albert Ortig, CEO der Digital Media Agentur Netural, die Idee. Netural übernimmt die technische Unterstützung und stellt Sara Vertongen mit Unterstützung von A1 auch ein LG Optimus HSDPA-Smartphone, das wichtigste Werkzeug für ihre Arbeit als „Twitterer in Residence“, zur Verfügung.

Andreas Aschauer-Martinelli, Brand Director von Silhouette, betrachtet Twitter als ideales Medium für die Live-Berichterstattung über Crossing Europe: „Wir glauben, dass Twitter als populärster Microblogging-Dienst genau die richtigen Mittel bietet, um sich an Veranstaltungen in aller Welt zu beteiligen – selbst wenn man gerade selbst nicht dort sein kann.“

Sara Vertongen sieht das ähnlich: „Ich bin besonders fasziniert von Twitter“, sagt sie, „es gibt Nutzern wie kein anderes Medium die Möglichkeit, das, was man sagen will, weltweit weiterzugeben. Und es eröffnet Menschen aus allen Teilen der Welt die Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.“

Drei Minuten Romantik

Die „Twitterin in Residence“ hofft bei ihrem Einsatz in Linz natürlich, „viele gute Filme zu sehen – und viele neue Leute zu treffen.“ Sie hat in Sachen Film übrigens auch Erfahrung aus erster Hand: Im Zuge ihres Studiums nicht nur Filmgeschichte und Filmanalyse gelernt. Sie hat auch einen eigenen Kurzfilm gedreht, „eine klassische romantische Geschichte“, wie sie sagt, „eine Bub-trifft-Mädchen-Geschichte, erzählt in drei Minuten.“ Das perfekte Setting für die Handlung zu finden, die richtige Besetzung, das war eine aufregende Erfahrung, aus der Sara Vertongen viel gelernt hat – und ein Weg, den sie am liebsten auch beruflich weiter verfolgen möchte.

Pionierarbeit

Sara Vertongen ist begeistert von ihrer Aufgabe als „Twitterer in Residence“ @silhouette_swb: „Ich fühle mich ein wenig als Pionierin. Noch nie zuvor hat ein Filmfestival eine unabhängige Bloggerin als Twitter-Reporterin eingesetzt.“

Andreas Habicher

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Für Silhouette in der Mode-Metropole Mailand

11. März 2011

Mittlerweile hat die mido, die weltweit führende Optiker-Messe in Mailand, ihre Pforten wieder geschlossen. Vom 4. bis 6. März 2011 präsentierte sich die italienische Mode-Metropole als Mittelpunkt der Brillenwelt. Netural war für Silhouette vor Ort und koordinierte das Blogger Engagement.

Zurück im „Daily Business“ ist es noch immer eine Freude, auf spannende Tage in Mailand zurückzublicken. Silhouette lud zur Präsentation der neue Crystals-Kollektion („Crystals. A Woman’s Passion“) die Fachöffentlichkeit in einen Trend Workshop.

Über 90 Journalisten aus aller Welt nahmen teil – unter Ihnen Autorinnen und Autoren spannender Fashion Blogs wie Fanfarella.at, Allet-ohne-schminke, Styleslicker und Wonderland Magazine.

Sie hörten einen Vortrag zu aktuellen Trends und trafen die beiden Topmodelsn Nadja Auermann und Helena Christensen, beide Testimonials der aktuellen Silhouette Kampagne, zu Interviews.

Was die Trendforscherin Li Edelkoort prognostiziert: Männer sehnen sich nach Familie, das Team löst den Einzelkämpfer ab und das große, durchgängige Credo 2012ff – sowohl in Lifestyle, als auch in der Mode – lautet „Back to Nature“. – Ein spannender Vortrag, einleuchtende Herleitungen und vor allem: tolle Mood Pics. Und all das von einer aufgrund eines Unfalls am Morgen frisch eingegipsten Vortragenden. Sehr tapfer.

Gesamt gesehen bot Mailand und die mido ein Mode-Gettogether der besonderen Art. Gerne wieder.

Sarah Kehrer

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Microblogs revolutionieren interne Kommunikation

Ideal für alle, die eine offene Kultur schätzen.

7. Februar 2011

Microblogging bietet klare Vorteile für eine rasche, effiziente und attraktive Kommunikation. Das gilt auch innerhalb von Unternehmen. Ein kurzer Überblick über Microblogging und seine Möglichkeiten für Wirtschaftsnetzwerke.

Mit dem Aufstieg des öffentlichen Kurznachrichtendienstes Twitter wurde Microblogging zu einem anerkannten Kommunikationsmittel. Beim Microblogging senden Nutzer kurze Mitteilungen von 140 bis 200 Zeichen an eine Website. Durch offene Schnittstellen, API genannt, können diese Nachrichten nicht nur auf der Website dargestellt, sondern auch auf verschiedene andere Weise abgerufen werden – etwa durch SMS, in sozialen Netzwerken oder ganz einfach als automatisch generierte E-Mail.

Microblogging

Der Vorteil des Microblogging gegenüber traditionelleren Methoden der Informationsübermittlung besteht in der Geschwindigkeit. Mitteilungen erreichen ihre Empfänger in Echtzeit. Und dabei ist der Aufwand äußerst gering. Statt einen längeren Beitrag pro Woche zu verfassen ist es leicht machbar, täglich sogar mehrere Micro-Messages zu veröffentlichen.


Plattformen

Im Internet ist Microblogging seit den Anfängen im Jahr 2006 eine Erfolgsgeschichte. Neben dem bekanntesten Kurznachrichtendienst Twitter werden Plattformen namens Jaiku, Plurk oder Identi.ca genutzt. In sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, LinkedIn oder Xing sind Statusmeldungen integriert, nichts anderes als eine Einbindung des Microblogging-Konzepts in das jeweilige Gesamtangebot.

Corporate Microblogging

Es ist freilich auch möglich, Microblogging-Systeme in das eigene Firmennetzwerk zu integrieren. Microblogging kann den Austausch im Intranet ebenso fördern, wie es sich als Datentransfermodell zu mobilen Endstellen eignet.

Sogar Twitter wurde ursprünglich als unternehmensinterner Nachrichtendienst für Taxiunternehmen konzipiert. Heute ist es so erfolgreich, dass es praktisch synonym für Microblogging-Dienste stehen kann und die Maßstäbe setzt, an denen andere Microblogging-Angebote gemessen werden.

Das Werkzeug zu einer Nutzung innerhalb eines Unternehmens sind Microblogging-Services; letzten Endes Programmcodes, mit denen der Nachrichtenversand und -empfang organisiert wird. Einige Beispiele für solche Microblogging-Programme sind Communote, Present.ly, Yammer, Cubetree, Cyn.in oder Elgg, Socialcast oder Yonkly. Dabei handelt es sich nur um eine willkürliche Auswahl von Services, die sich in ihren Stärken und Schwächen erheblich unterscheiden. Je nach Anwendungsgebiet und Kommunikationsziel empfehlen sich verschiedene Programme.

Nutzen des Microblogging

Unternehmensinternes Microblogging kann:
- schnell und direkt offene Fragen klären
- Standortabfragen systematisieren
- Links zu interessanten oder wichtigen Informationsangeboten verbreiten
- Inhalte von Meetings und Konferenzen prägnant zusammenfassen
- Zugänge zu Wissensdatenbanken übersichtlich kommunizieren
- Task-Gruppen zu Brainstormings vernetzen
- Räumlich getrennte Unternehmensstandorte verbinden
- über betriebsinterne Vorgänge auf dem Laufenden halten
- die betriebsinterne Stimmung spiegeln oder verbessern

Sicherheit und Analyse

Während die bekannten Microblogging-Dienste allgemein zugänglich und extern verwaltet sind, kann ein unternehmensintern eingesetztes Service nicht nur geschützt durch die Firewall des Unternehmens arbeiten, sondern den Zugriff generell auf ausgewählte Personenkreise beschränken. Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden werden dabei je nach operativem Ziel eingebunden.

Die Erkenntnisse aus Monitoring und Analyse  unterstützen die externe Kommunikation von PR, Marketing & Sales bis zum Recruiting direkt.

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche und nutzbringende Implementierung von Microblogging im Unternehmen ist die Bereitschaft zu Transparenz. Der Schlüssel zum Erfolg ist die freie Konversation der Teilnehmer.

Andreas Habicher

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Österreichs Digital Marketing Gipfel

Werbeplanung.at Summit 10 am 15./16. Juli 2010

21. Juli 2010

Heute kam per Mail der Fragebogen, mit der Bitte um Feedback, wie’s gefallen hat und was man besser machen könnte. Oder sollte. Eine gute Gelegenheit, nochmals auf den Werbeplanung.at Summit 10 zurückzublicken, der letzten Donnerstag und Freitag (15./16. Juli 2010) in der Wiener Hofburg über die Bühne ging.

Zum zweiten Mal lud der Medienwirtschaftverlag (Martin Staudinger, Bernd Platzer) zu einem österreichischen Digital Marketing Gipfel, bei dem an zwei Tagen ein großer Teil jener aufs Spielfeld liefen, die hierzu im Lande Rang und Namen haben. Und bei dem so ziemlich alle Themen wenigstens gestreift wurden.

Vorweg: schön, an zwei Tagen zig Menschen getroffen, von denen ich sonst nur Tweets und Statusmeldungen lese, zahlreiche nette Gespräche geführt – allein dafür hat es sich gelohnt, zwei Tage zu investieren.

Summit 10 startete mit Clara Shih, der Autorin von “The Facebook Era”, die mit ihrer Keynote das Feld bereitete, auf das, was kommen sollte, einstimmte. Shih prognostizierte ein Zusammenwachsen von Social Media Marketing und CRM. Als Währung bot sie den Social Customer Lifetime Value.

Armin Wolf moderierte mit dem “Werbegipfel” ein Diskussionsformat, dass der Frage nachging, welche Marketinggrundsätze weiter Gültigkeit haben werden. Naturgemäss war hier die Diskussion selbst das Ziel, nicht deren Conclusio. Ähnlich auch Wolfs zweiter Auftritt, beim “Medien- und Vermarktergipfel”. Wann werden die Werbe-Spendings für Online Print überholen? (Dass es so kommen wird, stellte eigentlich niemand in Frage. 2016 wäre meine Prognose. Aber in Wahrheit ist’s wohl egal.)

Die parallel laufenden Themen-Panels zeigten unterschiedliche Gesichter. In manchen Fällen erwies sich die Kombination aus “Event-Partner = Themenslot = Best-Practice-Beispiel” als tückisch und der Vortrag glitt ins werbliche. Und ja, vielleicht sollte man das für Summit 11 klarstellen: Niemanden interessiert’s was ein Unternehmen kann. Spannend ist, was es gelernt hat, was es weiß.

Die Fragebogenbenotung fiel trotzdem gut aus. Die “Little Big Stars”, die spannende Runde der österreichischen Start Ups, und Trendguru Peter Wippermann holten die Kartoffeln aus dem Feuer.

Ernst Demmel

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meshed#2 Web TV

Videobericht und alle Vorträge in voller Länge

2. Juli 2010

Ab sofort ist ein Teil der Vorträge von meshed#2 als Video in voller Länge abrufbar. Wir haben die Links zu allen Filmen und Slides zusammengestellt.

„Wie verändern Facebook, Twitter & Co Marktkommunikation und Wirtschaft“ – Bericht zu meshed#2 Social Media Conference

Erik Qualman “Socialnomics: It’s a People Driven Economy, Stupid”

Mark A.M. Kramer “Exploring the Socialnomic Potential of Augmented Reality”
(Folien zum Vortrag)

Nicole Simon “PR und Issue Management im Web 2.0″
(Folien zum Vortrag)

Hier finden weitere Präsentationen von meshed#2 Referenten:

Mark A. M. Kramer – The Socialnomic Potential of Augmented Reality

Hendrik Speck – Online Media in Corporate Environments

Diese Zusammenstellung wird laufend ergänzt!

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The Center of the App Universe

21. Juni 2010

Unter dem Titel “The center of the App universe” fand vom 7. – 11. Juni in San Francisco die diesjährige Worldwide Developer Conference von Apple statt. Mehr als 5000 Entwickler und Interessierte waren vor Ort um sich über die Zukunft von Apples Plattformen zu informieren. Netural war auch dabei.

Zu Beginn der Konferenz stand die Keynote von Steve Jobs, in der unter anderem das neue iPhone 4 vorgestellt wurde. 4 1/2 stündiges Anstellen brachte mir einen guten Platz im Mittelfeld ein. Ich weiß jetzt auch wie sich so ein kleiner Lemming fühlt. Für nächstes Jahr ist somit noch genügend Potential vorhanden um einen Platz in den vorderen Reihen zu ergattern.

Den Rest der Woche ging es etwas ruhiger zu, ausruhen war trotzdem nicht angesagt. Es gab über 100 Sessions, Labs und einige begleitende Events, wie zum Beispiel die Verleihung der Apple Design Awards.

Die Sessions waren breit gefächert, von User Interface Design und Experience über neue oder verbesserte Frameworks und Funktionen in iOS(vormals iPhone OS) und Snow Leopard, bis zu Tips und Ticks um die Performance von Applikationen zu verbessern. Sehr nützlich fand ich auch die zur Verfügung stehenden Labs, zu denen man spezifische Fragen stellen konnte, die von Apple Entwicklern gezielt beantwortet wurden. “Bring you own laptop and code” war hier das Stichwort.

Im Unterschied zu vergangenen WWDCs lag heuer der Schwerpunkt eindeutig beim iOS. Grand Central Dispatch und Blocks sind jetzt auch in iOS 4 verfügbar. Mit GCD können Applikationen schon jetzt auf zukünftige multicore iOS Devices vorbereitet werden.

Etwas überrascht war ich von den voll besetzten Sessions zum Thema HTML5, da die WWDC eher nicht auf Webdeveloper ausgerichtet ist. Meiner Meinung nach ein weiteres Indiz für die steigende Nachfrage nach nativen Browseranwendungen und weg von proprietären Browser-Plugins.

WWDC10

WWDC10

The center of the App universe.

The center of the App universe.

Keynote mit El Jobso

Keynote mit El Jobso

Robert Huemer

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Socialnomics – wie Facebook, Twitter & Co die Wirtschaft verändern

Review zu meshed#2 Social Media Conference

4. Juni 2010

Die Wiener Aula der Wissenschaften bildete am Mittwoch, 2. Juni 2010, den würdigen Rahmen für meshed#2 Social Media Conference, der großen Netural-Veranstaltung für Wissen und Innovationen im Bereich Soziale Medien.

Über 300 Gäste aus Marketing, PR, eBusiness und Wissenschaft folgten begeistert der Keynote des amerikanischen Managers und Autors (“Socialnomics”) Erik Qualman, der international vor allem auch durch seine YouTube-Videos zum Thema bekannt wurde.

Neben Qualmans Optimismus polarisierten der “digitale Professor” Hendrik Speck (Kaiserslautern/D) und “Twitter – mit 140 Zeichen zum Web 2.0″-Autorin Nicole Simon (Lübeck/D) mit ihren Speeches. Gut nachzuverfolgen auf Twitter selbst. Hier war “meshed#2″ den gesamten Tag Nummer-1-Thema in Österreich. In die “gezwitscherte” Diskussion durchgehend live involviert: meshed#2-Moderatorin Lena Doppel.

Neben der “allgemeinen” Auseinandersetzung mit dem medialen Wandel holte meshed#2 Anwendungsbereiche auf die Bühne, die aufzeigen, dass Soziale Medien nicht bloß Thema von Marktkommunikation und PR sind. Björn Schäfers (Hamburg/D), Mark A.M. Kramer (Salzburg/A) und David Röthler (Salzburg/A) betrachteten Social Commerce, Augmented Reality und Crowdsourcing/Crowdfunding.

Beim abendlichen Expertentalk gaben die “Praktiker” Gerhard Kürner (voestalpine AG, Linz/A), Philipp Gamper (Swarovski, Wattens/A) und Julia Warnick (diePresse.com, Wien/A) spannende Einblicke ins Setup von Social Media Kommunikation in den jeweiligen Unternehmen – ergänzt und hinterfragt von den Beratern Martin Poreda (kununu.com, Wien/A), Ritchie Pettauer (datenschmutz, Wien/A), Markus Schmidtke (Nielsen, Hamburg/D) und Netural-Geschäftsführer Albert Ortig. Durch den Expertentalk führte “Bestseller”-Chefredakteurin Doris Raßhofer.

Fotogalerien zu meshed#2:

meshedconference Facebook Page

Karola Riegler’s meshed#2 Galerie

Presseartikel und Blogbeiträge zu meshed#2:

„Wirtschaft liebt neue Werbeformen“ (Kurier)

„Wie Facebook die Wirtschaft verändert“ (DiePresse.com)

„Meshed#2 in Wien: das bringt Social Media Marketing” (Die Presse.com)

„2 x 2.0 Fashion Sessions“ (Austriafashion.net)

„Spannende Inputs bei der meshed#2 Konferenz in Wien“ (Blog FH Kärnten)

„#bcvie versus #meshed2“ (Alltag Medienzukunft)

„Antwort auf Luca’2 #bcvie vs #meshed2“ (Digitalks)

„Barcamp Vienna & meshed conference“ (Yasmintee: Ich habe eine Wassermelone getragen)

„meshed#2 Social Media Conference“ (Michael Heugl)

„meshed#2 – Was bringt Social Media Marketing“ (atwork information technology)

„Blogger-Mehrheit weiblich, unberührtes Web 2.0, Marketing-Organismus Social Media“ (Textberater.com)

„meshed#2 – die Konferenz für Social Media-Belange“ (Bloghaus.org)

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Angst vorm Amateur?

Gedanken zu Andrew Keenes Auftritt bei next10

15. Mai 2010

12. Mai 2010, der zweite Tag der next Conference in Berlin. Ein programmiertes Highlight: Andrew Keene, Autor des vielbeachteten Buches „Die Stunde der Stümper“. Andrew Keene ist Polemiker. Da sage nicht ich, das sagt er über sich selbst. Entsprechend fällt sein Buch aus – und auch der Vortrag: generalisierend, untergriffig – alles was hinkt, taugt als Vergleich. Für alle jene, die die Konserve sehen möchten:

Die “klassischen” Medien lieben Keene. So wie sie alle lieben, die für einen griffigen Sager und eine Schlagzeile gut sind. Aber die Zuneigung ist noch tiefer. Denn Andrew Keene spricht von Zukunftsängsten geplagten Journalisten aus der Seele. Sie, die dank “2.0″ ihr liebevoll gepflegtes, tradiertes Berufsrollenbild als Vierte “publikative” Gewalt der Demokratie davonschwimmen sehen. Sie applaudieren dem Kulturpessimisten Andrew Keene, der recht lautstark dem Internet die Schuld am kulturellen Verfall in die Schuhe schiebt und daraus so etwas wie ein Geschäftsmodell für sich selbst strickt.

Keene sagt in etwa Folgendes:

  1. Die kostenlose Amateurkultur im partizipativen Web zerstört gewachsene Produktions- und Vermarktungsstrukturen bei Medien und in der Kulturindustrie. Sie vernichtet die Jobs von Tausenden Wissensarbeitern.
  2. Amateure verbreiten – unterwandert von PR-Guerillas –  Inhalte, die niemals auf Richtigkeit oder kritische Distanz geprüft und trotzdem von den Lesern für bare Münze genommen werden.
  3. Suchmaschinen, Mashups und Aggregatoren huldigen mit ihren Algorithmen das Populäre und nehmen dem Wichtigen Raum.
  4. “User generated Content” – egal ob Texte, Filme oder Fotos – ist zum großen Teil Müll.

Die Punkte (2) bis (4) formulieren Ängste, die fast mit jeder neuen Medientechnologie einhergingen. Wird die Welt die gleiche sein? Sind wir dem gewachsen? Wer rettet unsere Bildung? Wer rettet unsere Jugend? – Ich darf die Beantwortung dieser Fragen mangels Interesse aussen vor lassen – und mich hier Punkt (1) zuwenden:

Die Verlage und die Film- und Musikindustrie befinden sich in einer Krise. Und die geht deutlich über die weltweite Rezession 2008ff und ein paar dadurch weniger verkaufte DVDs und Stellenanzeigen hinaus. Ein Paradigmenwechsel in der Mediennutzung ist im Gang, basierend auf fortschreitender Digitalisierung und Vernetzung. Kostenlose, qualitätsverlustfreie Kopien von Informationen und ihre fast kostenlose Verbreitung führen das Durchsetzenwollen eines Urheberlohns ad absurdum. Die Information verliert ihren Stückpreis. Einmal veröffentlicht ist sie frei und nicht mehr einzufangen, jedes Bezahlen dafür nur noch anerkennende Spende oder Investition in Servicevorteile. Und mit der digitalen Verbreitung ging auch der Erfolgsfaktor Logistik verloren, also – wie bei Tageszeitungen kritisch – die Frage des Druckereistandorts plus Auslieferung vor die Haustüre oder an den Kiosk bis spätestens 6 Uhr morgens.

Das hat nun nichts mit der Amateurkultur zu tun, auf die Keene einschlägt. Auch ohne Blogger und Sozial Networks würden für den klassischen Journalismus Chancen und Risiken größer, Reichweite vs. Konkurrenz – bei weitgehender Finanzierung durch Werbeeinnahmen. Wäre kein Problem, wären da nicht die Raten für Druckmaschine, die noch Anfang des Jahrtausends angeschafft wurde. Wäre kein Problem, gäbe es da nicht die gelebte Praxis, Redaktion abzuschreiben und zu syndizieren, mit der Konsequenz, beliebig und austauschbar zu sein. Wäre kein Problem, hätte man den Mut zu performanceorientierten Anzeigenprodukten, die nicht alle kleineren und mittleren Werbebudgets zu Google Adwords wandern lassen.

Da es aber in den Verlagen und Rundfunkanstalten nicht wenige gibt, die darauf hoffen, der ganze Spuk würde in ein paar Jahren vorbeigehen – und weitermachen, als könnte sich gar nichts ändern, weil zuvor das Abendland unterginge, schlägt auch noch die Stunde der Amateurkultur. Konkurrenz der “alle Anderen”. Wobei ernsthaft zu fragen ist, wer in diesem Zusammenhang mit “Amateur” gemeint sein kann.

Vier Erklärungsansätze bieten sich an: Amateure sind Menschen,

  1. die für ihre Veröffentlichungen nicht bezahlt werden und überhaupt andere als monetäre Motive haben zu publizieren,
  2. die keine journalistische Ausbildung haben, sich nicht an journalistische Grundsätze halten,
  3. die keine professionellen Rahmenbedingungen vorfinden und in Eigenregie veröffentlichen,
  4. die von dem Thema, zu dem sie veröffentlichen, keine profunde Kenntnis haben, es also nur auf “Amateurniveau” verstehen.

Also kurz: Idealisten, Wichtigtuer, Pfuscher, Eigenbrötler und Idioten. Und sie alle finden mit dem Internet mehr oder weniger kostenlose Produktionsmittel vor, um mit der Welt in Kontakt zu treten. (Was sie offensichtlich auch ungehemmt und erfolgreich tun.) Wie aber können die Vorgenannten – noch dazu bei diesen markanten Profilen – eine wirkliche Konkurrenz für den etablierten Journalismus, für gelernte und eingesessene Contentgestalter sein?

Ihr Erfolg basiert nicht auf dem Preisvorteil, wie Keene das konstatiert, auf der Kostenloskultur des Internets. Vielmehr sind sie attraktiv, weil sie Qualität(en) offerieren, die von den professionellen Produzenten und ihren Distributionssystemen nicht geboten werden. Keene fixiert in seiner Polemik “die Anderen” und übersieht dabei das “alle”. Es mag schmerzlich für jeden Fachjournalisten sein, dass möglicherweise nur wenige Einzelpersonen einen besseren Einblick in die jeweilige Materie haben, in jedem Fall aber die Summe seiner Leser. Oder anders formuliert: die Artikel-Kommentare am Fuße der Seite sind als Gesamtes schnell aufschlussreicher und differenzierter als der Artikel selbst.

Wikipedia schlägt den Brockhaus, weil es vollständiger, aktueller und leichter verfügbar ist, nicht weil es billiger ist. Es ist vollständiger und aktueller, weil es mehr Autoren hat. Und die sind Amateure nach Definition (1), nicht unbedingt nach Definition (4). Wikipedia-Artikel schwächeln qualitativ in Einzelfällen, nicht generell. Auf YouTube finde ich das Video zu Captain Sensibles “WOT”, genau dann, wenn ich es sehen will. Welcher Musik-TV-Sender der Welt bietet mir das? Selbst wenn ich dafür bezahlen wollte, würde ich es nicht bekommen. Eine wesentliche Leistung der Amateure ist also auch nicht das Produzieren, sondern das Sammeln, Selektieren, Bewerten, Archivieren – von professionell produzierten Inhalten. Die Profis haben hier bis dato nur eines getan: den Zugang dazu verstellt.

Verlage müssen Blogger fürchten, weil deren Inhalte “unique” sind und Position beziehen, nicht weil sie kostenlos sind. Während ein nicht unbeträchtlicher Teil der Newsportale aus syndizierten Artikeln und umgeschriebenen Pressemeldungen besteht, die die Portale so austauschbar machen wie die Filialen einer Fastfood-Kette, übernehmen die Blogger meines Vertrauens die Rolle des Filters und versorgen mich mit Fundstücken und Gedankensplitter, die im Idealfall eines gemeinsam haben: Relevanz für mich. Das Fachportal des Verlagshauses mag bei der Relevanz mithalten können – aber nicht beim “für mich”. Und das liegt auch ein wenig daran, dass sie mich als Leser bislang nicht kennenlernen wollten.

Traditionelle Produktionsstrukturen werden dadurch nicht zerstört. Nicht zwingend. – Aber ja, sie kommen unter Druck, sich zu öffnen und zeitgemäße Qualitäten zu entwickeln. Und es entstehen neue, kleinere Einheiten. Aus den besten Amateur-Blogs werden professionelle Online-Magazine, die manchmal nur aus einem, manchmal aber auch aus 5 bis 10 fixen Mitarbeitern bestehen. Noch steht deren Finanzierung auf wackeligen Beinen. Es fehlt neben Google Adwords an übergreifender Vermarktungsstrukturen, um mit spezifischen, formatgerechten Werbeformen von größeren Werbebudgets profitieren zu können. – Eine Frage der Zeit und eine mögliche Aufgabe für die “alten” Player.

Genauso denkbar aber auch, dass die jungen Medienweltmarken – wie YouTube es vorexerziert – Amateure zu einem riesigen Netzwerk an “freien Contentkreatoren” professionalisiert, indem sie Werbeerlöse mit ihnen teilen und so das Wachsen von Publisher-Strukturen fördern.

Ernst Demmel

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Game Changers spielen nicht nur Social Media

Erster Eindruck von der next10

12. Mai 2010

12. Mai 2010, knapp vor 1 Uhr. Der erste Tag der next Conference 2010 neigt sich dem Ende zu. Letzte Teilnehmer netzwerken (“socializen” – und trinken) im ehemaligen Postdepot, der Station Berlin. Vor der Zufahrt in Luckenwalder Straße stauen sich die Mercedes-Taxis zur RAL1015-Kolonne. Eine guter Zeitpunkt für ein Tagesresümee

Mit heuer in die deutsche Hauptstadt übersiedelt, läuft die next10 unter dem Mantra “Game Changers”. Heißt: gelobt seien jene, die die Spielregeln a) perfekt beherrschen – um sie b) mit Pfiff zu brechen. Also Akteure, die auf den blinden Flecken des Bestehenden Neues aufbauen, das der Zeit, der Kultur und den technischen Möglichkeiten besser gerecht wird. Kurz: Problemlöser.

11. Mai 2010, 9 Uhr. Rund 1600 BesucherInnen sind gemeldet. Rekord, wie SinnerSchrader-Gründer und Veranstalter Matthias Schrader eingangs ausführt. Die next10 behauptet von sich selbst, die größte und wichtigste Web-Konferenz in Europa zu sein. Fein.

Der Kongress tanzt bereits zum Start. Der University-of-Hertfordshire-Professor Peter Lovatt demonstriert angewandte Psychologie und kippt in die rhythmische Gymnastik. Am Ende weiß jeder im Saal, dass Probanden, die sich einige Minuten lang einen Professor vorstellen, im nachfolgenden Wissenstest besser abschneiden, als eine Vergleichsgruppe, die zuvor einen Hooligan imaginiert. (Welche der beiden Testgruppen beim Infight gewinnen würde, bleibt allerdings offen.)

MediaFuturist Gerd Leonhard bringt ins Spiel, was man sich von Konferenzen wie next10 erhofft: Begeisterung für die Sache. Für Social Media & Co und für den Wandel schlechthin. Gegen Protektionismus, gegen Abzocker (hier jüngster Evil-Kandidat: Apple).

Weniger euphorisch die Werber. Man merkt, sie haben von all’ den Hypes, die sie ihren Kunden in den letzten Jahren versprochen haben, längst die Nase voll. “It’s the end of Social Media as we know it”, postuliert Nico Lumma von Scholz & Friends. Und natürlich hat er Recht, weil alles “social” wird – was dann so selbstverständlich ist, wie die Farbe beim TV-Bild. Thomas Zervos, Jung von Matts Digital Direktor, destilliert “10 Minutes of Schweinkram” und lässt dabei die Sau raus. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. (Die Rechnung bekommt er via Twitter (#next10) präsentiert – Ferkelquäler, pfui!) Dabei wollte er bloß … was eigentlich? … ach, ja … darauf hinweisen, wie bescheuert es ist, jeder Mode nachzulaufen. (Apropos Mode – noch ein Wort zu Twitter. Neben der JvM-Schweinerei beliebtestes Thema: das nachmittags beim next10-Buffet verteilte KitKat. – Von Seiten des Veranstalters patschert? Definitiv ja – aber: wie mensch DAS ernsthaft diskutieren kann, erschließt sich nicht so ganz …)

Wired-Gründer Louis Rossetto

Wired-Gründer Louis Rossetto

Und ad “evil”: Facebook ist bei allen Anwesenden beliebt. Noch. Auf den Notebooks überall geöffnet, hört man in den Gesprächen deutlich Gewitterwolken aufziehen. Stichworte: Verwertung persönlicher Daten und des sozialen Graphs, Wissen aus Fansites, das nicht mit den Unternehmen geteilt wird, ganz generelles Misstrauen. Die Sympathie gehört Foursquare.- Oder Schokolade, wie Wired-Magazine-Gründer Louis Rossetto hofft. Er stellt sein Projekt Tcho vor und lässt das Auditorium das “Red Bull der Götter” (O-Ton) kosten. Seine Message: Gamechanging funktioniert auch in der “echten” Welt.

Beinahe 50 Programmpunkte in zwei parallelen Serien und mehreren Workshops lassen den “vollständigen” Besuch der next Conference nur ansatzweise zu. Spannend ist fast alles, Best Practice sowieso. Tenor hier: die Idee steht im Zentrum, nicht die Technologie. Und die klassischen Medien haben noch lange nicht ausgedient, nur einen neuen Stellenwert bekommen.

11. Mai 2010, 18.30 Uhr. Itay Dalgam analysiert in seiner wunderbaren Keynote Führungsstrategien berühmter Dirigenten. Das offizielle Programm endet mit Leonhard Bernsteins Brauenzucken.

Ernst Demmel

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Blogging meets the Real World

Betrachtungen zur re:publica 2010

24. April 2010

Vom 14. bis 16. April 2010 fand in Berlin zum vierten mal die Social Media Konferenz re:publica statt. Aus der ehemaligen “Bloggerkonferenz” ist längst mehr als nur das geworden. Das zeigen auch die Locations wie der Berliner Friedrichstadtpalast, der Quatsch Comedy Club und die Kalkscheune sowie die gut 2500 verkauften Tickets. Social Media rockt. Und wir natürlich mit.

Bei unzähligen Sessions, Vorträgen und Diskussionen fällt es sehr schwer einzelne hervorzuheben. Doch ein absolutes Highlight war selbstverständlich der Auftritt von Jeff Jarvis auf der Bühne im Friedrichstadtpalast. Natürlich war kaum noch ein Platz frei als eine der bekanntesten Social Media Persönlichkeiten mit seinem Vortrag über “the German Paradox” begann. Jeff Jarvis sprach über die Unterschiede im Bereich der Privatsphäre. Zum einen will man nicht, dass Google Bilder von Gebäuden macht, zum anderen geht man aber nackt in die gemischte Sauna. Nackt. Natürlich kein Vergleich das auf der Hand liegt, aber doch irgendwie zum Schmunzeln und Nachdenken angeregt hat. Als Schlussfolgerung bzw. Aufforderung sprach Jeff Jarvis dann vermehrt von der Idee alles “public by default”, also öffentlich einsehbar als Standard, zu sehen. Sicherlich ein interessanter Ansatz, der sich gerade im deutschsprachigen Raum aber wohl nicht zu schnell etablieren lassen wird.

Was neben einzelner wirklich sehr guter Vorträge noch auffiel, war, dass nicht nur über das Bloggen an sich gesprochen wurde sondern alles in einem größeren Kontext gesehen wurde. Da ging es um die Grenzen des menschlichen Ermessens (sehr gut präsentiert von Miriam Meckel) oder gar darum, wie Social Media in einzelnen Regionen politische und soziale Veränderungen herbei führte (Nishant Shah aus Bangalore).

Ebenso interessant wie aufrüttelnd waren dann auch “hands-on” Präsentationen die zeigten, wie Innovationen im Bereich Web 2.0 (eine ganze Vortragsserie mit dem Namen “Innovators by the Fire”) aussehen können oder wie man Medien “hacken”, sprich mit gezielten Fehlinformationen beeinflussen kann bzw. wie dies bereits passierte (Beispiel “Yes Man”).

Beeindruckend war neben den Vorträgen aber auch das enorm hohe Medieninteresse und die Berichterstattung. In den großen Tageszeitungen standen Artikel, Radiosender berichteten und selbst Leute auf der Straße erkannten das re:publica 2010 Logo auf den Lanyards. Social Media hits the real world. So soll das sein.

Trotz der Größe der diesjährigen re:publica und der großen Teilnehmerzahl merkte man aber auch immer wieder, dass Blogger doch irgendwie zusammen gehören. Egal ob große Nummer mit bekanntem Blog oder der Blogger, der just for fun tagtäglich seine Statements schreibt. Irgendwo haben alle etwas gemeinsam. Den Spaß am Kommunizieren. Genau das zeigte sich dann auch beim letzten offiziellen Termin. Da saßen dann ein paar hundert Leute, die noch nicht auf dem nach Hause Weg waren, zusammen und sangen, während man auf eine Liveschaltung zu Biz Stone (Mitgründer von Twitter) wartete, gemeinsam Bohemian Rhapsody von Queen. Dass sich Biz Stone dann noch aus familiären Gründen entschuldigen lies fiel dabei auch nicht mehr ins Gewicht.

Alles in Allem eine sehr gelungene Veranstaltung mit vielen Einsichten, Aussichten und Denkanstößen. Social Media rockt.

Gut, dass mit der meshed#2 die nächste Konferenz bereits ansteht …

Sascha Funk

Foto Teaserbild: Anna Lena Schiller

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