Gut Ding’ braucht Weile, heißt es. Und so ist es wohl auch mit dem einen oder anderen Internetphänomen, das – von der Prophezeiung bis zur Inkarnation – ein paar Jahre ins Land ziehen lässt. “Das Internet der Dinge”, bereits 2005 ausgerufen und im Wesentlichen auf Technologie der 1990er Jahre basierend, lernt laufen. Das zumindest konstatierte die “Next Conference”, die am 8. und 9. Mai in Berlin stattfand und den Schlusspunkt der “Berlin Web Week” setzte.

Seit drei Jahren in der “Station”, dem ehemaligen Kreuzberger Postbahnhof, einst größter Paketumschlagplatz Deutschlands, untergebracht, ist die “Next Conference” längst Fixstern unter unzähligen Digital Media-Trend-Konferenzen in ganz Europa. Und es gelang den Initiatoren, der deutschen Agenturgruppe SinnerSchrader, erneut, das Niveau hoch zu halten und die Erwartungen von rund 2.000 Besucher zu erfüllen. Themenrahmen 2012: “Postdigital” … was immer das auch heißen mag.
“Das Internet der Dinge” erzählt von Objekten, die uns umgeben und “smart” sind, weil via WiFi, GSM oder UMTS mit dem Internet verbunden, durch RFID oder NFC identifizierbar, via GPS lokalisierbar, oder mit Sensoren ausgestattet. Alltagsgegenstände, in welche Computerintelligenz hineingewoben wurde – oder möglicherweise auch umgekehrt: Computer im Kleid und mit der Basisfunktion praktischer Kleinigkeiten. Ein Medikamentenverschluss, der ans Einnehmen der Pillen erinnert und Hilfe holt, wenn die gewohnte Handlung ausbleibt (Glow Caps). Ein Asthmaspray, der aufzeichnet, wo und wann er zum Einsatz kommt, die Daten sammelt und auswertet, um Betroffenen zu spiegeln, in welchen Gebieten zu welchen Zeiten außerordentliche Belastungen zu erwarten sind (Asthmapolis). Oder auch ein Stromstecker, der zig Sensoren integriert hat und via Smartphone Dutzende verschiedene Aufgaben erfüllen kann (QGate).
Alexandra Deschamps-Sonsino (“Good Night Lamp”) über das “Internet der Dinge”
Jenseits jeder Gegenständlichkeit provozierte der Vortrag des schwedischen Philosophen und ehemaligen “Army of Lovers”-Frontman Alexander Bard. In seinen Augen hat die Menschheit in ihrem vierten Kommunikationszeitalter (“Sprache”, “Schrift”, “Buchdruck” und “Internet”) mit dem Web eine Hydra geschaffen, ein Monster, das alle auffrisst. Im Guten wie im Bösen. Für Bard geht auch Al-Qaida als Internetphänomen durch. Gleichzeitig stehen aus dem Zeitalter der Massenmedien bekannte Größen vor dem Aussterben: Fabriken, Städte, Kapital, Nationen – ersetzt durch Medien, Cyberspace, Aufmerksamkeit und Subkulturen. Das Internetzeitalter als Ende des Individuums und Startpunkt von Dividuen, von geteilten Menschen, die in unterschiedlichen Systemen völlig unterschiedliche Rollen einnehmen.
Alexander Bard über seine Eindrücke auf der Next Berlin
Next12 war aber nicht nur ein Konferenz verschrobener Denker in kurzen Hosen. Im Gegenteil: Berlin gilt längst als das heißeste Pflaster für die digitale Gründerszene. Und das nicht bloß für Deutschland, sondern für ganz Europa – weil Mieten günstig, Talente willig und Venture Capital ante portas. Entsprechend groß war der Andrang beim Startup-Track und in der Startup-Lounge der Next. Hier gab es 2012 mehr spannende Ideen denn je zu sehen. Unser eigenes Projekt “Roomle” war eine davon. (Und das Feedback war durchaus erfreulich. Danke dafür.)
Ob das “next big thing” mit im Vorstellreigen war, blieb naturgemäß offen. Den Preis für den innovativsten Ansatz holte sich – mit Heimvorteil – Squadmail, ein Dropbox-ähnliches Service für eMails. Startups sind sexy, soviel stand nach zwei Tagen fest. Das unterschreibt wohl auch der neue Next-Hauptsponsor Deutsche Telekom, der die Konferenz nutzte, um mit “Hub:raum” (sic!) einen eigen Inkubator vorzustellen. Standort – klarerweise – Berlin.
Stellvertretend für alle, die an große Ideen glauben, hier noch ein Interview mit Ulla-Maaria Engeström von “Thinglink” (einem übrigens brillanten Service, um Bilder um Musik und Videos anzureichern) – weil sie so schöne Worte fürs Entrepreneurship fand und sich mit uns ein Taxi zum Noch-Airport Tegel teilte:
Ernst Demmel
Foto: Next Conference






Die Lösung: Fischauge- oder Superweitwinkel-Objektive. Von einem speziellen Stativ mit kontrolliert in jede Richtung schwenkbarem Aufsatz wird jede Blickrichtung einmal fotografiert. Eine 3D-Engine setzt die Bilder dann kugelförmig rund um den eigenen Standort zusammen.
Digitale Medien verbinden Generationen. Netural stellt den natürlich vorhandenen Forscherdrang der Mitarbeiter in den Dienst der guten Sache.
Ursprünglich eine paneuropäische Initiative von französischen und deutschsprachigen Rundfunkbetreibern, dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie einigen Softwareunternehmen, zählt das HbbTV-Konsortium mittlerweile eine wachsende 

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