Facetracking für den iMirror Public – Fragen an Brian Amberg

5. Juli 2013

Brian Amberg ist CTO und Co-Founder der Faceshift AG in Zürich. Faceshift ist eine Ende 2012 veröffentlichte Facetracking Software, mit der schon heute führende Studios in der Game- und Filmindustrie arbeiten.

Herr Amberg, die Software Faceshift wurde ja für die Produktion von Animationsfilmen entwickelt. Wurde dabei je in Betracht gezogen, dass die Software bei Anwendungen wie dem Silhouette iMirror public zum Einsatz kommen könnte?

Ja und nein. Faceshift hat zwei Produktreihen, faceshift studio für das Erzeugen von Animationen und die faceshift SDK zur automatischen Gesichtsanalyse. Die SDK ist noch in der Alpha-Phase und mit dem Silhouette iMirror-Projekt hatten wir die Möglichkeit, sie im Praxiseinsatz zu testen. Neben dem iMirror gibt es aber noch weitere spannende Einsatzgebiete, in denen genaue Informationen über Pose, Form und Mimik von Gesichtern benötigt werden. Und viele kennen wir vielleicht gar nicht.

Wie gefällt Ihnen die Idee, Brillen am POS mit Hilfe einer gestengesteuerten Augmented Reality-Installation zu präsentieren?

Der Silhouette iMirror public ist eine schöne Anwendung von faceshift und bringt sowohl den Konsumenten als auch dem Handel zusätzlichen Nutzen. Der Kunde hat eine größere Auswahl und findet eine spannende Form der Interaktion vor, während auf Verkäuferseite Aufwand, Zeit, Geld gespart werden kann und man sich dennoch innovativ präsentiert.

Musste Faceshift für die Anforderungen des Silhouette iMirror angepasst werden?

Nur geringfügig. Faceshift war rein auf die Analyse von Gesichtern ausgelegt, für den iMirror mussten wir noch das Einfügen virtueller Objekte in die Szene hinzufügen.

Was sind die besonderen Herausforderungen ans Tracking beim Out-of-Home-Einsatz?

Hier mussten wir das Programm auf höchste Verfügbarkeit und Robustheit auslegen, was sich von der normalen Anforderung etwas unterscheidet. Bei der Erstellung von Animationen steht höchste Genauigkeit an erster Stelle.

Wo führen uns aus Ihrer Sicht die Möglichkeiten von Facetracking im Kontext eCommerce/Produktinszenierung hin?

Ein virtueller Spiegel ist ein erster Schritt. Das Gesichtstracking kann aber nicht nur zur Steuerung verwendet werden. Genauso können wir etwa auf den Gesichtsausdruck reagieren, weil wir erkennen, ob sich der Nutzer in Eile befindet und Anspannung ausstrahlt oder ob er fröhlich und entspannt ist. Darauf kann man nicht nur die Ansprache, sondern auch das konkrete Angebot ausrichten. “Mood-Targeting” quasi.

Dieses Interview ist Teil des Blogbeitrags “Silhouette iMirror in groß am Wiener Flughafen”.


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