
Veröffentlicht am 01.08.2026
CMS-Migration zu Storyblok – leicht gemacht mit KI
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Warum überhaupt migrieren?
Content Management Systeme haben einen großen Einfluss auf die Effizienz Ihrer Teams und die Performance Ihrer Online-Auftritte. Sie entscheiden, wie aufwändig die Verwaltung und Änderung von bestehendem Content ist (Stichwort: Content Debt), wie schnell die Redaktion neuen Content veröffentlichen kann, ob es im laufenden Betrieb teure Entwickler-Ressourcen braucht und wie zuverlässig die Website* unter Last läuft. Außerdem können gut strukturierte, sauber gepflegte CMS-Inhalte, anders als tief verschachtelte HTML-Seiten, besser von KI-Systemen ausgelesen werden, was sich gut auf das GEO / LLMO Ranking auswirkt.
Eine der bekanntesten Enterprise-CMS-Lösungen, neben Contentstack, Magnolia, Contentful, TYPO3 oder WordPress, ist der Adobe Experience Manager (AEM). Zum Einsatz kommt er vor allem bei Konzernen, die bereits tief in der Adobe-Welt verwurzelt sind. Während sein Funktionsumfang umfangreich ist, hat er jedoch auch Schwächen. Unter anderem die Abhängigkeit der Redakteure von Entwicklern und AEM-Spezialisten, hohe Wartungs- und Betriebskosten, und eine hohe Komplexität im operativen Content Management. 2026/2027 kommt erschwerend hinzu, dass der Kernsupport für Adobe Experience Manager 6.5 ausläuft. Für Kunden in Adobe Managed Services bereits am 31. August 2026, für On-Premise-Installationen voraussichtlich im Februar 2027. Für viele Unternehmen, vor allem jene, die schon länger mit dem AEM hadern, ein weiterer Grund, um über Alternativen nachzudenken. Eine dieser Alternativen ist Storyblok.
* Um die Lesbarkeit des Artikels zu erhöhen, sprechen wir in diesem Artikel primär von Websites. CMS-Lösungen (wie Storyblok) können natürlich auch für Apps, Portale & Co verwendet werden.
Content Debt – die stille Gefahr
Am 23. April 2026 fand im Linzer QUADRILL das Netural KI Symposium statt. Mit dabei: Dominik Angerer, Mitgründer und CEO von Storyblok. Er sprach darüber, wie KI Marketing und Content Management verändert, und welche Gefahr von Content Debt (also veraltetem Content) ausgeht. Nicht verpassen!

Warum genau Storyblok?
Storyblok ist ein "headless", API-first-CMS. Während bei einem klassischen CMS Inhalt und Design fest miteinander verbaut sind, sind sie bei einem Headless-CMS getrennt.
Der Inhalt – Texte, Bilder, Produktdaten – liegt zentral im CMS und wird dort von der Redaktion verwaltet.
Das Design wird über Komponenten (oder Bausteine) definiert. Jede Komponente (z.B. der Hero, Slider, Text) hat ihr eigenes Design und kann auf beliebig vielen Seiten wiederverwendet werden.
Sind Design- oder Funktionsänderungen notwendig, muss nur die Komponente angepasst werden und das Design wird automatisch über die gesamte Website aktualisiert. Der Frontend-Stack ist von den Entwicklern selbst wählbar – egal ob Next.js, Nuxt, Astro, React, Vue, Symfony oder Angular.
Über eine Schnittstelle (API) holt sich die Website den Inhalt aus dem CMS und stellt ihn entsprechend dem vorgegebenen Design dar. Die Redaktion fokussiert sich also nur mehr auf die Inhalte und nicht darauf, wie diese Inhalte dargestellt werden. Ein Visual Editor bietet ihnen eine Vorschau, wie der eingegebene Inhalt am Ende auf der Website dargestellt wird.
Um sicherzustellen, dass jedes Redaktionsteam nur Zugriff auf jene Inhalte hat, die es auch wirklich betreut, können neben Standard-Rollen (Owner/Admin/Editor) auch individuelle Rollen (z.B. Übersetzer, Manager) bis auf Ordner-, Sprach- und Asset-Ebene vergeben werden. Die Redaktion erstellt, veröffentlicht und iteriert sodann vollständig eigenständig – ohne Abhängigkeit von Entwicklerkapazitäten.
Weitere Stärken von Storyblok sind u.a. die Integration beliebiger Drittanbieter-Tools, dass der Native-MCP-Server KI-Agenten direkt mit dem Content verbindet, dass mit FlowMotion die Content-Erstellung erleichtert wird (v.a. Übersetzungen, die Alt-Text-Generierung & Publishing-Workflows), und dass Storyblok durch ihre ISO-27001-Zertifizierung, Freigabe-Mechanismen, Audit-Trails, etc. eine hohe Sicherheit bietet.
Hier und hier finden Sie einen detaillierten Vergleich von AEM und Storyblok [Weiterleitung zu storyblok.com]
© Image Credits: Storyblok GmbH
Welche Herausforderungen gibt es bei der Migration?
CMS-Migrationen verfolgen zumeist die folgenden 5 Ziele: eine schnelle Migration, geringe interne Aufwände, kein Ausfall der Website, kein Datenverlust und kein Content Freeze.
Das Problem? Geschwindigkeitsansprüche und die Komplexität der Migration stehen oft im Widerspruch. Bei vielen Kunden liegen die Web-Inhalte nicht sauber strukturiert vor, sondern sind über Jahre gewachsen. Das erschwert die Identifizierung der benötigten Komponenten und die Überführung ins neue CMS-Schema. Auch stellt sich die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass keine Links brechen, alle Bilder korrekt angezeigt werden (inkl. Alt-Texte) und Suchmaschinen-Rankings nicht unter der Migration leiden. Ein komplexes Unterfangen.
Auch nicht vergessen werden darf, dass die CMS-Migration oft einen kurzfristigen Mehraufwand bedeutet, der vom Team gestemmt werden muss. Die Redaktion hat jedoch neben der Migration meist auch noch andere operative sowie strategische Aufgaben. Sprich: es fehlt an Ressourcen. In vielen Fällen kann die Content-Erstellung während der Migrationsphase zudem nicht einfach pausiert werden (Stichwort: "Content Freeze"). Das erschwert die Migration, denn durch die parallele Veröffentlichung von neuem Content kann ein Delta zwischen Bestandsseite und neuer Website entstehen.
Die Realität zeigt also: meist lassen sich nicht alle 5 Ziele auf einmal verfolgen. Wer null Datenverlust und einen unterbrechungsfreien Betrieb will, zahlt in der Regel mit aufwändigen und langwierigen Prozessen. Wer hingegen Geschwindigkeit priorisiert, kann nicht garantieren, dass es nicht zu Problemen technischer oder inhaltlicher Natur kommt.
Wie löst Netural dieses Migrationsdilemma?
Unser Anspruch ist es, alle 5 Ziele möglichst gut abzudecken. Darum setzen wir auf eine KI-gestützte Migration – mit menschlicher Kontrolle.
Steht ein neues Migrationsprojekt an, wird mit KI-Agenten eine Pipeline gebaut – ein Programm, das die Inhalte aus dem Quell-CMS (z.B. dem AEM) ausliest und ins neue Storyblok-Schema überführt. Die Migration selbst läuft ganz ohne KI. Wir setzen bewusst nicht auf ein Prompt-Skript, das anfällig für Halluzinationen wäre. Ihre Texte, Preise und Produktdaten kommen also genau so an, wie sie im Altsystem stehen. Shop-Anbindungen und App-Integrationen bleiben ebenso während der gesamten Umstellung stabil.
Um die Qualität der migrierten Inhalte zu gewährleisten, durchläuft jede migrierte Seite außerdem eine automatisierte Prüfung: Ist auch wirklich jede Komponente angekommen? Sind alle Redirects auflösbar? Lädt jedes referenzierte Bild tatsächlich? Dabei werden auch Fehler gefunden, die schon im Altsystem geschlummert haben, wie z.B. Bilddateien, die dort schon länger nicht mehr angezeigt wurden.
Die Ergebnisse dieser Prüfung, allen voran die Auffälligkeiten, werden kompakt in einem Report aufgelistet, um den Freigabeprozess zu vereinfachen. Die gelisteten Auffälligkeiten werden von unserem Projektteam und, auf Wunsch, von Ihrer Redaktion geprüft. Erst nach dem Sign-off geht die Seite live. Das Ergebnis: hohe Präzision und Geschwindigkeit, kein Datenverlust und minimale Aufwände oder Unterbrechungen.
Vorgehensweise von Netural bei der KI-gestützten CMS-Migration

© Image Credits: Bitpanda Academy
Bitpanda
Gemeinsam mit unserem Partner David Moling haben wir innerhalb von 3 Monaten die Bitpanda Academy vollständig von Twill auf Storyblok migriert: 1.065 Seiten, 275 Artikel in fünf Sprachen, dazu 1.038 automatisch erzeugte Redirects, damit kein Suchmaschinen-Ranking und kein geteilter Link verloren geht. Die Academy lief während der gesamten Umstellung unverändert weiter, sodass Online-Besucher nichts von der Migration mitbekamen.
Fazit
Ein CMS-Wechsel ist aufwändig, birgt Risiken und sollte gut überlegt sein. Aber die Kosten eines Systems, das nicht mehr zu Ihrem Team passt, sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Das Gleiche gilt für Lizenzen mit Funktionen, die Ihr Team nie nutzt. Die Migration auf ein neues, besseres CMS ist eine Investition in die Performance Ihrer Redaktion und Ihres Webauftritts. Storyblok ist nicht nur eine CMS-Alternative mit zukunftsfähigen und nutzerfreundlichen Funktionalitäten, das CMS eignet sich auch ideal für einen KI-gestützten (und dadurch schnelleren) Migrationsprozess.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migration vom AEM zu Storyblok?
Die Pipeline für Ihr Quell-CMS kann in einigen Tagen erstellt werden. Die eigentliche Migration hängt stark von der Seitenanzahl, Komponentenvielfalt und Qualität der Bestandsdaten ab. Bei über 1.000 Seiten in fünf Sprachen ist mit etwa 2 bis 3 Monaten zu rechnen.
Muss die Redaktion während der Migration pausieren?
Nein. Durch die schrittweise, batchweise Migration kann die Redaktion in bereits migrierten Bereichen weiterarbeiten, während andere Teile der Website noch übertragen werden.
Können in Storyblok mehrere Websites parallel gepflegt werden?
Ja – über eine Multi-Space/Multi-Site-Architektur lassen sich mehrere Domains mit gemeinsamen Komponenten, aber getrennten Redaktionsteams und Rechten abbilden.
Welche Frontend-Technologie setzt ihr ein?
Je nach Projekt React/Next.js oder Vue/Nuxt. Die Wahl hängt vom bestehenden Tech-Stack, den Skills des Kunden und den Anforderungen an Rendering (SSR), Performance und Wiederverwendbarkeit der Komponenten ab.
Wie werden Test- und Produktivumgebungen organisiert?
Üblich sind zwei Testumgebungen (für kleine Anpassungen bzw. für größere Entwicklungen), die als exakte Kopien der Produktivumgebung geführt und regelmäßig automatisch synchronisiert werden.
Wie wird mit Datenschutz in Storyblok umgegangen?
Personenbezogene Nutzerdaten (z.B. aus Formularen) werden nicht im CMS gespeichert, sondern direkt an nachgelagerte Systeme (z.B. das CRM) weitergeleitet. Für redaktionelle Nutzerkonten ist ein Löschkonzept vorzusehen.




