
Veröffentlicht am 17.11.2017
Begehbare digitale Installationen: Netural gründet „Responsive Spaces“
Themen
- Spin-Offs
Bei Netural gab es schon immer einen Nährboden für kreative Forschung. So manch preisgekrönte Innovation ist daraus schon entsprungen und Teil der Netural Gruppe geworden. Mit "Responsive Spaces“ folgt der nächste Streich.
Responsive Spaces: Story Living.
Doch was steckt hinter Responsive Spaces? Kurz gesagt: Begreifbare und begehbare digitale Installationen. Etwas länger: Interaktive Multimedia-Anwendungen, die im Raum einprägsame Markeninszenierungen und Produkterlebnisse schaffen. Einsetzbar überall dort, wo sich Geschichten manifestieren und Emotionen schwingen sollen. Dabei geht es um Räume im weiteren Sinn: Neben Retailflächen oder Messeständen auch um abstraktere wie beispielsweise Fahrzeuge. Ebenso temporäre wie jene von Ausstellungen, oder Interventionen im öffentlichen Bereich.
Karriere mal anders
Seit 17 Jahren ist Markus Pargfrieder Teil des Netural-Teams. Ein Mitarbeiter der ersten Stunde und nun geschäftsführender Mitgesellschafter von Responsive Spaces. Die Konstellation aus Organisationskultur und Talent hat ihn bis zum eigenen Unternehmen im Unternehmen geführt. Durch seine persönliche Historie bleibt Responsive Spaces auch nach der Ausgliederung stark integriert. Sämtliche Kompetenzen von Netural wandern quasi mit.
Software meets Hardware
Warum eine eigene Firma gründen? Die Antwort ist simpel: Nur so können wir für diesen speziellen Zweig Wachstum sicherstellen. Während Netural immer den direkten Zugang zum Kunden sucht, fokussiert Responsive Spaces auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Messe-Architekten, Eventagenturen oder auch Künstlergruppen. Zudem spielt bei Responsive Spaces Hardware und Ausstattung eine deutlich größere Rolle als bei Netural.
Namhafte Auftraggeber
Die Bandbreite der Projekte ist groß. Von der virtuell begehbaren Luxusyacht über die Inszenierung auf der aktuellen Biennale in Venedig bis hin zur Zusammenarbeit mit namhaften Vertretern der Automobil-Industrie sind die Anwendungsbereiche nahezu unbegrenzt. Einziger Wermutstropfen: Über das eine und andere schöne Projekt mit ausgeprägtem Blick in die Zukunft müssen wir (noch) den Mantel des Schweigens hüllen.
Responsive Spaces realisiert begreifbare und begehbare digitale Installationen.
Markus Pargfrieder
Interview mit Markus Pargfrieder
Markus, du hast gerade mit Netural ein eigenes Unternehmen ausgegründet. Was muss man bei Netural mitbringen, um in diese Position zu kommen?
Leidenschaft! Man muss voll und ganz hinter der Sache stehen und natürlich auch fachlich im Element sein. Darüber hinaus verbindet mich mit Netural schon eine lange Vergangenheit. Es gibt da viel gegenseitiges Vertrauen, was für eine gemeinsame Unternehmensgründung sicherlich essenziell ist.
Du bist seit 17 Jahre bei Netural tätig. Was waren deine wichtigsten Karriereschritte und wie sportlich muss ein Unternehmen sein, dich so lange zu begeistern?
Es war eine aufregende Reise, die mir eigentlich viel kürzer vorkommt. Als digitale Spezialisten mussten wir uns bei Netural ja alle ständig weiterentwickeln und umorientieren - nicht nur fachlich, sondern auch organisational. Es ging immer darum, Grenzen auszutesten und zu verschieben. Über die Jahre ist aus einem 1-Mann-Multimedia-Team das Netural Lab entstanden. Wir waren dabei in jeder Phase mit viel Freiheiten und Vertrauen ausgestattet, und mit Augmented Reality hat sich nach dem Goodbye von Flash ein äußerst spannendes Terrain aufgetan. Die Früchte daraus haben uns internationale Awards im Bereich Interactive Design eingebracht. Mit „Responsive Spaces“ als eigenes Unternehmen wartet jetzt die nächste Herausforderung ... schon wieder! lacht.
Was macht Responsive Spaces und wo grenzt sich Responsive Spaces von Netural ab?
Responsive Spaces realisiert begreifbare und begehbare digitale Installationen - von der Ideenentwicklung bis hin zur vollständigen Abwicklung. Während Netural digitale Lösungen für Standard-Geräte, Desktop-Browser und mobile Endgeräte entwickelt, und das stets in strategischen Kundenbeziehungen, geht es bei Responsive Spaces um spezielle Setups, die oft nur für einen bestimmten Zeitraum existieren. Auf der diesjährigen Biennale in Venedig sind es zum Beispiel 9 synchron laufende Projektoren, die einen Raum bespielen. Der Reiz dieser Flüchtigkeit und die Herausforderung des Live-Faktors stellen den wesentlichsten Unterschied zur Arbeit von Netural dar.
Welche Potenziale siehst du für Responsive Spaces und wo möchtest du mit dem Unternehmen hin?
Die digitale Transformation mag die Industrie schon durchrütteln, aber es gibt immer noch viele Bereiche, wo gerade erst an der Oberfläche gekratzt wird. Entsprechende Inszenierungen sind in allen Messe- und Ausstellungsbereichen sinnvoll machbar, und dabei denke ich nicht nur an die beeindruckenden Spielwiesen der Branchengrößen auf einer IAA in Frankfurt, obwohl wir auch dort mitmischen dürfen. Den Aktionsradius für Responsive Spaces würde ich in Europa ansetzen. Aber auch Österreich beherbergt wirklich tolle und großartige Firmen denen ich gerne helfen würde, mit digitalem Feenstaub ihre nationalen oder eben internationalen Auftritte aufzuwerten!
Wie spürt es sich an, in die Rolle des Unternehmers zu wechseln? Was hat die neue Aufgabe mit dir gemacht?
Einschüchternd, beängstigend, unklar, reizvoll, spannend, motivierend, befreiend. In etwa dieser Reihenfolge spielten sich meine Gemütszustände ab. Aber ich hatte den Luxus, mich auf das Inhaltliche konzentrieren zu können, denn die Struktur im Hintergrund kam von Netural. Mittlerweile bin ich 100% überzeugt und froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Und ich habe deutlich mehr Hemden in meinem Kleiderschrank!
Danke für das Gespräch, Markus!
Sehr gerne!



