
Veröffentlicht am 15.11.2017
"VR4Therapy": Wie Virtual Reality das Erinnern unterstützt
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Schätzungen zufolge leben derzeit 130.000 Österreicher mit Demenz, Tendenz steigend. Aktive Biografiearbeit trägt schon heute zu einer Verbesserung ihrer Situation bei. Jetzt klärt das ambitionierte Forschungsprojekt „VR4Therapy“ unter Führung von Netural, ob Virtual Reality eine geeignete Technologie sein könnte, Erinnerungen wach zu halten.
Wider dem Vergessen: Das Forschungsteam des Konsortiums aus Caritas, Fachhochschule Oberösterreich und Netural geht seit Oktober dieses Jahres der Frage nach, welche Rolle Virtual Reality-Anwendungen für die Erinnerungspflege an Demenz erkrankter Personen einnehmen können. „Bislang nutzten Pflege- und Betreuungskräfte Familien-Fotoalben, alte Zeitungsausschnitte und von den Angehörigen beigestellte Erinnerungsstücke dazu, Patienten eine Brücke in ihre Vergangenheit zu bauen“, schildert Projektleiter Robert Hartmann die Praxis. „Mit VR als Basistechnologie könnten sich nun noch weitere Möglichkeiten auftun.“
Virtual Reality gilt als besonders immersiv, das Eintauchen in Multimediawelten empfinden Mediennutzer als extrem realitätsnah. Dieser Umstand sollte auch für die Erinnerungspflege neue Qualitäten bringen. Die eigene Lebensgeschichte eines Menschen liefert ebenso Ausgangspunkte für Gespräche und Aktivitäten, wie alltags- und ereignisbezogener Bild- und Ton-Aufnahmen zurückliegender Zeiten, aus heutiger Perspektive der 1930er- bis 1960er-Jahre. Dieses Material will erst zusammengetragen werden. Am Plan stehen umfangreiche Recherchen, wie auch der Aufruf zur Mithilfe an Linzerinnen und Linzern. Sie sollen private Fotos beisteuern, um frühere Stahlstadt Dekaden lebensnah auferstehen zu lassen.
Die für die Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen geeignete Inszenierung der Fundstücke ist ebenso Teil des Projektauftrags, wie Überlegungen zum optimalen Einsatz zur Verfügung stehender Hardware-Komponenten sowie die Einbettung in weitere Therapie-Maßnahmen. Getestet wird in Einrichtungen der Caritas. Eine Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, FFG, ermöglicht das Vorhaben. Zeigen sich nach dem ersten Jahr positive Erkenntnisse, soll das Projekt weiter ausgeweitet werden.

