
Veröffentlicht am 07.10.2026
Die 5 größten Herausforderungen bei der Digitalisierung 2026/2027
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Digitalisierungsprojekte scheitern selten an einer einzigen Ursache – und fast nie an der Technologie allein. In diesem Artikel gehen wir auf die fünf häufigsten Herausforderungen ein, die uns 2026 bei Digitalprojekten begegnet sind – und darauf, was dagegen getan werden kann.
Herausforderung #1: Wenn die Lösung kein Problem löst
Eine der häufigsten Herausforderungen und einer der häufigsten Fehler, an denen Digitalisierung scheitert, ist der Fokus auf die Technologie. Statt Probleme zu analysieren und entsprechende Lösungen zu finden, heißt es: “Wir brauchen eine App” oder “Wir müssen KI einsetzen”. Steht diese Aussage am Ende einer detaillierten Evaluierung der Bestandsprozesse und einer sorgfältigen Analyse potenzieller Lösungen: wunderbar. Beginnt der Digitalisierungsprozess jedoch mit der Forderung nach einer Technologie, wird am Ende oft künstlich nach einem Einsatzgebiet gesucht. Das Resultat? Hohe Ausgaben mit niedrigem ROI.
Der Auslöser für die Forderungen nach dem Einsatz bestimmter Technologien ist meist externer Druck. Unternehmen stehen unter Zeit-, Qualitäts- und Preisdruck und müssen schneller, besser und günstiger liefern als der Mitbewerb. Dazu kommt eine hohe Erwartungshaltung auf Kundenseite – auch im B2B-Bereich. Diese Bedingungen erzeugen Druck, zu handeln. Doch Handlung ohne klare Strategie ist meist wenig zielführend. Viele dieser Projekte haben kein definiertes Ziel und keinen konkreten Endpunkt, auf den alle Stakeholder hinarbeiten. Fragt man, woran man in zwölf Monaten erkennt, ob es funktioniert hat, wird es still. So explodiert der Umfang des Projekts, ohne dass am Ende ein echter Mehrwert steht. Ganz abgesehen davon, dass es schwierig wird, Nutzer von der neuen Lösung zu überzeugen, wenn der Status quo für sie nie ein Problem dargestellt hat.
Wie es besser geht? Prozesse evaluieren, Probleme identifizieren und im Anschluss Lösungen für jene Probleme finden, die das Unternehmen am meisten beeinträchtigen – zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse der Teams, mit einer klaren Zielsetzung und einem verbindlichen Erfolgsmaß. Dann folgt der PoC mit klarem Fokus auf die Prüfung der Machbarkeit und dem Potenzial, das Problem zu lösen. Netural bietet hier umfangreiche Unterstützung.
KI einsetzen, aber richtig
Basierend auf dem Six-Sigma-Modell haben unsere Experten ein einzigartiges Framework entwickelt. Es hilft Unternehmen dabei, passende Technologien und Lösungen für ihre individuellen Herausforderungen zu identifizieren, deren Machbarkeit abzuschätzen und die nächsten Schritte abzuleiten – bis hin zur technischen Umsetzung. Das Ergebnis? Ein Fahrplan für den erfolgreichen Einsatz von KI – genau dort, wo die Technologie wirklichen Mehrwert schafft.

Herausforderung #2: Wenn es an der Basis hapert
Eine der häufigsten Herausforderungen sind gewachsene Daten-, System- und Prozesslandschaften – oftmals ausreichend, um den Status quo am Laufen zu halten, aber nicht ausreichend für neue Digitallösungen. Fehlende Schnittstellen, ein ungepflegter Datenbestand, eine mangelnde Datenstrategie, undokumentiertes Prozesswissen und vieles mehr sorgen dafür, dass KI oder Automatisierung keine ausreichende Qualität und Performance liefern. Denn wie so oft gilt: Der Output ist nur so gut wie der Input. Und Prozesse lassen sich schwer digitalisieren, wenn sie ausschließlich in den Köpfen weniger Mitarbeiter vermerkt sind und in der Praxis an jedem Standort anders gelebt werden.
Gewachsene IT-Landschaften, Altsysteme, fehlende Standards und das Mindset "Wir wissen ja, wie wir arbeiten, wir müssen nichts dokumentieren" erschweren die Einführung neuer Lösungen – insbesondere die von KI. Dennoch wird Daten- und Systemreife meist erst dann zum Thema, wenn es nicht mehr anders geht: wenn Visionen auf ein "Das geht bei uns nicht" treffen. Besonders deutlich wird das bei den Stammdaten. Jedes Portal, jeder Konfigurator, jeder Sell-in-Katalog hängt an Stammdaten – Daten, die intern gut genug waren, für digitale Kundenerlebnisse und KI-Anwendungen aber nicht reichen: unvollständige Attribute, fehlende Bilder, inkonsistente Klassifikationen. Das Digitalisierungsprojekt wird damit ungeplant zum Stammdatenprojekt – ohne Budget, ohne Verantwortlichen und zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich schon Ergebnisse erwartet werden.
Vor einem Digitalisierungsprojekt muss daher immer ein vorgelagerter System-, Daten- und Prozess-Check stehen. Der Ist-Prozess mit Rollen, Systemen, Artefakten und Pain Points muss sichtbar gemacht werden. Nur so wird die Erwartungshaltung realistisch, notwendige Maßnahmen greifbar und der Aufwand planbar. Netural unterstützt beim Aufbau sauberer Datenstrategien und -architekturen und baut resiliente Plattformen, die Prozesse digital unterstützen, die Datenqualität fördern und den dynamischen Austausch von Daten zwischen Systemen ermöglichen – cloudbasiert, on premise oder gemischt, für rechtliche Sicherheit.
Herausforderung #3: Wenn ROI-Rechnungen alles dominieren
Der ROI von Digitalisierungsprojekten ist oft schwer zu errechnen – auch weil es an Vergleichswerten fehlt. Das erhöht die Unsicherheit der Investition. Gleichzeitig sind die Budgets aufgrund der wirtschaftlichen Situation angespannt, und es herrscht Rechtfertigungsdruck, den wirtschaftlichen Nutzen einer Investition nachzuweisen. Die Erwartungshaltung ist oft die, dass Digitalisierung sich sofort sichtbar rentiert. Auf die Basisarbeit wird dabei oft vergessen. Es fehlt das Verständnis dafür, dass es Geld braucht, um ein Fundament zu schaffen, und dafür, dass nicht immer gleich alles “glitzert”. Dazu gehören auch überzogene Erwartungen an Prototypen und PoCs, die zwar die technische Machbarkeit beweisen können, aber per Definition nicht für den Produktivbetrieb gemacht sind. Diese Kombination hat das Potenzial, Digitalprojekte zum Scheitern zu bringen – entweder, weil sie bereits im Keim erstickt werden, oder weil derart am Fundament gespart wird, dass die Performance ausbleibt.
Unser Team unterstützt Sie gerne mit seiner Erfahrung bei der Erstellung Ihres Business Case, hilft beim Festigen realistischer Erwartungen aller Stakeholder und gibt fachlichen Input zur Machbarkeit Ihrer Visionen. Netural ist kein idealer Anbieter für Low-Cost-Projekte – aber wir fokussieren uns stets auf das Wesentliche und unterstützen Sie strategisch bei der Priorisierung jener Projekte, die den größten Mehrwert versprechen.
Ihr Weg zu KI mit Wow-Faktor & echter Wirkung
Martin Obermayr, Director Strategy & Consulting bei Netural, erklärte am "KI Symposium" im April 2026 eingänglich, was es mit der PoC- und ROI-Falle auf sich hat – zwei der Hauptgründe, warum Digitalisierungs- oder KI-Bestrebungen scheitern und Initiativen zwischen Pilot und Produktivbetrieb stecken bleiben.
Herausforderung #4: Wenn die Lösung keine Akzeptanz findet
Digitalisierung geht immer mit Veränderung einher, und das wird regelmäßig unterschätzt. Das gilt sowohl für Mitarbeiter als auch für externe Zielgruppen. Viele Nutzer fühlen sich mit den alten, etablierten Prozessen und Interfaces wohl. Sie mögen nicht perfekt sein, aber zumindest sind sie vertraut. Ein neues Tool bedeutet Veränderung und einen initialen Mehraufwand. Besonders groß ist die Ablehnung, wenn das neue Tool an den Nutzern vorbei entwickelt wurde. Wenn es zu kompliziert ist, keinen großen Mehrwert liefert und die Erwartungen der Nutzer nicht ausreichend erfüllt.
Intern spielt auch eine Rolle, wie eng Mitarbeiter mit den etablierten Lösungen in Verbindung stehen. Wer etwa an der Entwicklung und Einführung der Altsysteme beteiligt war, kann sich durch die Einführung eines neuen Systems leicht persönlich angegriffen fühlen – besonders wenn ein Statusverlust droht. Andere wollen schlicht in den gewohnten, alten Bahnen bleiben und Mehrarbeit vermeiden oder sind aufgrund fehlenden technischen Know-hows oder schlechter Erfahrungen mit Vorgängerprojekten verunsichert. Bei KI kommt fehlende Offenheit, sie überhaupt zu nutzen, hinzu. Verschärft wird die Situation dann durch Überlastung: Wer ohnehin am Limit arbeitet, hat keine Kapazität für Begeisterung (siehe Herausforderung #5).
Wir achten bei unseren Projekten daher auf vier Punkte: das aktive Einbinden wichtiger Partner und Stakeholder aus den betroffenen Fachbereichen, das frühe Einholen von Wünschen und Bedürfnissen der Key User, umfangreiche Unterstützung im Change-Management – und das Experience Design des Produkts selbst. Denn gegen fehlende Akzeptanz hilft vor allem eine herausragende User Experience.
Herausforderung #5: Wenn Digitalisierung nebenbei laufen muss
Digitalisierung läuft in vielen Unternehmen parallel zum Tagesgeschäft. Dazu kommt fehlendes Know-how und fehlende Erfahrung. Das Resultat: Die Mehrheit der Aufgaben bleibt an ein paar wenigen Mitarbeitern hängen. Überforderung, Fehler und schlechte Stimmung folgen. Der Arbeitsmarkt kann diese Ressourcenlücke kaum schließen: qualifizierte IT- und Datenrollen sind knapp und teuer, außerhalb der Ballungsräume umso mehr. Viele Unternehmen entscheiden sich daher dafür, die Umsetzung auszulagern und nur Kernkompetenzen inhouse abzudecken.
Netural bringt die Erfahrung und Kompetenz aus 28+ Jahren mit: von der Beratung über Konzept und Design bis zur fertigen Lösung aus einer Hand. Wir setzen dabei gezielt auf Maßnahmen, die Ihr Team entlasten, statt es zusätzlich zu belasten – etwa KI-gestützte Content-Migration bei der CMS-Umstellung oder ein umfangreiches Projekt- und Partnermanagement. Auf Wunsch arbeiten wir auch eng vor Ort mit Ihrem Inhouse-Team zusammen, um den Know-how-Transfer zu maximieren. Und nicht zuletzt sind unsere Lösungen selbst darauf ausgelegt, Ihre Mitarbeiter im Tagesgeschäft zu entlasten.

Digitalisierung, aber menschlich
Auch bei Netural arbeiten wir laufend an der Optimierung unserer Prozesse. Dazu gehört auch der gezielte Einsatz von KI. Doch bei aller Automatisierung darf eines nicht vergessen werden: der Mensch. Bei Netural legen wir großen Wert darauf, den Menschen als zentrale Instanz hinter der Technologie zu verstehen. Wir bleiben menschzentriert, fördern einen offenen Austausch im Team und schaffen einen Rahmen, in dem Neugier und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren und neu zu denken, ihren Platz haben. Parallel dazu arbeiten wir eng mit Experten für nachhaltige Organisationsentwicklung zusammen, die seit vielen Jahren die Einführung von digitalen Enterprise-Projekten begleiten.
